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Rundfunkbeitragserlöse 2020 erneut gestiegen

16.06.2021

Das Aufkommen der Rundfunkanstalten aus dem Rundfunkbeitrag ist im Vergleich zum Vorjahr wiederholt leicht um 0,53 Prozent (2019 = 0,74 %, 2018 = 0,43 %) angestiegen. Der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio hat 2020 durch die Einziehung des Rundfunkbeitrages für die Anstalten Erträge von 7,958 Mrd. Euro erzielt (ohne Anteil für die Landesmedienanstalten, 2019 = 7,916 Mrd. Euro). Dies sind rund 41,8 Millionen Euro mehr als im Vorjahr (2019 = 58,3 Mio. Euro, 2018 = 34,0 Mio. Euro). Das Gesamtaufkommen liegt bei 8,111 Milliarden Euro, inklusive des Anteils für die Landesmedienanstalten (2019 = 8,068 Mrd. Euro, 2018 = 8,009 Mrd. Euro).

2018 erzielten die Rundfunkanstalten Beitragserlöse von 7,858 Milliarden Euro. 2017 hatten die Rundfunkanstalten Erträge von 7,824 Milliarden Euro erhalten. 2016 lagen die Erträge bei 7,827 Milliarden. 2015 betrug der Erlös 7,978 Milliarden Euro, 2014 waren es vor der Beitragssenkung 8,167 Milliarden Euro. Mit 7,958 Milliarden Euro liegen die Erträge von 2020 immer noch deutlich über denen von 2012, dem letzten Jahr vor der Einführung der Haushaltsabgabe. Damals betrugen die Erträge aus der Rundfunkgebühr für die Rundfunkanstalten 7,351 Milliarden Euro.

Der Gesamtbetrag für die Landesmedienanstalten liegt 2020 mit 152,9 Millionen Euro fast wieder beim Wert von 2015 (2019 = 152,2 Mio. Euro, 2018 = 151,0 Mio. Euro, 2017 = 150,6 Mio. Euro, 2016 = 150,6 Mio. Euro, 2015 = 153,4 Mio. Euro).

Die Beitragserlöse des ZDF betrugen 2020 2,020 Milliarden Euro (2019 = 2,008 Mrd. Euro, 2018 = 1,994 Mrd. Euro, 2017 = 1,986 Mrd. Euro, 2016 = 1,971 Mrd. Euro, 2015 = 2,002 Mrd. Euro, 2014 = 2,021 Mrd. Euro, 2013 = 1,866 Mrd. Euro).

Beim Deutschlandradio gab es eine Steigerung auf 231,9 Millionen Euro (2019 = 230,5 Mio. Euro, 2018 = 228,9 Mio. Euro, 2017 = 228,2 Mio. Euro, 2016 = 216,9 Mio. Euro, 2015 = 218,1 Mio. Euro, 2014 = 213,3 Mio. Euro, 2013 = 196,8 Mio. Euro).

Innerhalb der ARD summierten sich die Beitragseinnahmen 2020 auf 5,706 Milliarden Euro. Rund 42 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. (2019 = 5,677 Mrd. Euro, 2018 = 5,634 Mrd. Euro, 2017 = 5,609 Mrd. Euro, 2016 = 5,640 Mrd. Euro, 2015 = 5,758 Mrd. Euro, 2014 = 5,933 Mrd. Euro, 2013 = 5,473 Mrd. Euro).

Das gesamte Beitragsaufkommen war 2018 erstmals seit 2015 wieder gestiegen (+ 0,43 %). 2017 und 2016 war das Beitragsaufkommen nahezu konstant geblieben. Es gab nur einen leichten Rückgang um 0,05 Prozent. Die Differenz zwischen 2016 und 2015 lag noch bei -1,88 Prozent. Der Unterschied von 2016 gegenüber 2015 resultiert hauptsächlich daraus, dass von Januar bis Ende März 2015 noch der alte Beitragssatz von 17,98 Euro pro Monat zu zahlen war. Seit 1. April 2015 liegt der Monatsbetrag bei 17,50 Euro.

Als Grund für den Anstieg des Aufkommens nennt der Beitragsservice die rückläufige Zahl der Befreiungen. Ein Pandemie-Effekt war 2020 noch nicht zu spüren. Der Rundfunkbeitragsservice kann nicht ausschließen, dass mögliche negative Pandemiefolgen (höhere Arbeitslosigkeit, mehr Insolvenzen) sich erst verzögert 2021 realisieren. 

Seit dem 1. Januar 2017 gilt zwischen den Rundfunkanstalten ein neuer Verteilungsschlüssel. Im 20. Rundfunkänderungsstaatsvertrag wurde der § 9 Rundfunkfinanzierungsstaatsvertrag, welcher die Aufteilung des Beitragsaufkommens regelt, geändert. Für die ARD sank der Anteil von 72,0454 Prozent auf 71,7068 Prozent. ZDF und Deutschlandradio erhalten prozentual mehr als zuvor. Beim ZDF stieg der Satz von 25,1813 Prozent auf 25,3792 Prozent und beim Deutschlandradio von 2,7733 Prozent  auf 2,9140 Prozent. Der Anteil der Landesmedienanstalten blieb unverändert bei 1,8989 Prozent.

Zum 1. Januar 2021 sollte sich der Verteilungsschlüssel erneut verändern. Aber der 1. Medienänderungsstaatsvertrag wurde nicht von allen Bundesländern bis Ende 2020 ratifiziert. Der Anteil des ZDF und des Deutschlandradios hätte sich somit erhöht und der der ARD verringert.

Ansprechpartner

Tim Steinhauer

Senior Referent Medienverantwortung und Programm

Frank Giersberg

Geschäftsführer / Kaufmännischer Leiter