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Green Shooting: Einheitliche bundesweite Standards sollen 2023 kommen

17.02.2022

Die Filmförderungen der Länder, die Filmförderungsanstalt (FFA) und der Arbeitskreis Green Shooting wollen bundesweit einheitliche, ökologische Standards für die Film- und Fernsehproduktion erarbeiten. Diese Standards sollen ab 1. Januar 2023 zur Anwendung kommen. Der Arbeitskreis Green Shooting, dem u. a. RTL Deutschland, Sky Deutschland und ProSiebenSat.1 angehören, hatte bereits 2021 Standards erarbeitet, die seit Anfang 2022 angewendet werden. Nun müssen diese in Einklang mit den Mindeststandards gebracht werden, die die Filmförderungen von Bund und Ländern derzeit erproben.

Das Institut Ökopol wird die Filmförderungen der Länder, die FFA und den Arbeitskreis Green Shooting dabei unterstützen, die bisher ausgearbeiteten Standards an die politischen Bestrebungen anzupassen. Die Einhaltung dieser neuen Mindestkriterien wird dann auch Voraussetzung für das Erhalten von Fördermitteln.

Bei der Präsentation des Vorhabens stellte die Staatsministerin für Kultur und Medien, Claudia Roth, in Aussicht, das Thema einheitlicher Standards auch auf die europäische Bühne, z. B. bei der EU-Kulturministerkonferenz und der G7-Konferenz, zu heben. Sascha Schwingel, Geschäftsführer VOX Television, bezeichnet es als eine anstehende Herausforderung, dass insbesondere die für die Produktion notwendige Infrastruktur an die Standards angepasst wird. Bei VOX werden derzeit 30 Personen zu Green Consultants ausgebildet.

Die rbb-Intendantin Patricia Schlesinger merkte an, dass die nachhaltige Ausrichtung auch Kosten verursache. Derzeitige Schätzungen gehen davon aus, dass die Gesamtkosten einer Produktion um ein bis vier Prozent höher ausfallen könnten.

Helge Albers von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein verwies darauf, dass auch in anderen Ländern vergleichbare Initiativen wie der Green-Shooting-Arbeitskreis bestehen und sich diese noch besser vernetzen könnten. Zum Aspekt des Regionaleffektes hob er hervor, dass die Filmfördereinrichtungen den Punkt der Nachhaltigkeit bereits in ihre Förderentscheidungen mit einbeziehen.

Ansprechpartner

Tim Steinhauer

Senior Referent Medienverantwortung und Programm