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Studie: Die Corona-Pandemie und ihr Einfluss auf den Alltag

30.03.2020

Die Ad Alliance untersucht in einer neuen Studie das Mediennutzungs-, Freizeit- und Konsumentenverhalten nach der Verschärfung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Für 40 Prozent der Befragten gibt es große Veränderungen bzgl. des Arbeitsplatzes: Sie arbeiten entweder im Homeoffice oder aktuell gar nicht. 94 Prozent der Befragten meiden soziale Kontakte und 84 Prozent planen nur noch von Tag zu Tag.

Enormer Anstieg der Mediennutzung

Insbesondere der Medienkonsum steigt an: Drei Viertel der Befragten stillen dabei über das klassische lineare Fernsehen gleichermaßen das Bedürfnis nach Nachrichten und Unterhaltung. Informationen von Wissenschaftlern und die von glaubwürdigen Nachrichtenanbietern liegen dabei über alle Medienkanäle hinweg in der Gunst der Befragten vorne. Hier genießen insbesondere etablierte Nachrichtenanbieter wie n-tv, STERN oder SPIEGEL großes Vertrauen bei den Menschen. Neben dem stark gestiegenen Interesse an politischen und wirtschaftlichen Themen, wächst auch das Interesse an Themen wie Kochen und Psychologie bedeutsam an. Informationen in sozialen Netzwerken erleben sie als weniger vertrauensvolle Informationsquelle.

Karin Immenroth, Chief Data & Analytics Officer der Mediengruppe RTL: "Die verstärkten Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus haben das Mediennutzungsverhalten stark verändert, währenddessen das Konsumverhalten überwiegend stabil bleibt. Menschen informieren und unterhalten sich in der Krise verstärkt mit vertrauten und glaubwürdigen Angeboten in TV, Digital, Print und Audio. Die Krise bringt Veränderungen mit sich, die Bevölkerung hat aber auch ein großes Bedürfnis nach Normalität und Gewohntem. Die verstärkte Mediennutzung ist ein großer Stabilisator, ebenso das Beibehalten von bestehenden Konsumgewohnheiten. Werbeaktivitäten, die jetzt stattfinden, haben somit optimale Bedingungen."

Verändertes Freizeitverhalten

Große Veränderungen kann die Studie im Freizeitverhalten bestätigen: Vor allem die Mediennutzung (+50 %) steigt, aber auch Aufräumen (+42 %) und die Kommunikation mit anderen legen zu (Telefon und Nachrichten über das Smartphone senden/empfangen +40 %). Das klassische TV positioniert sich dabei auf Platz 1 (+33 %) mit seiner Doppelfunktion: Lieferant aktueller Informationen zu Corona, aber wie gewohnt auch als Entertainer und Quelle für Positives. Auch Webseiten-Portale und soziale Netzwerke werden von 32 Prozent häufiger genutzt als sonst: Das Internet nutzen viele vor allem, um Aktuelles zu Corona zu erfahren. Auch Kinder greifen vermehrt zu Medien, doch auch Spiele spielen und kreative Aktivitäten haben besonders zugenommen. Vor allem Computer-/Video-/App-Spiele und Streaming-Angebote werden von Kindern wesentlich häufiger genutzt. Zeitschriften-Angebote profitieren auch und werden von 14 Prozent häufiger gelesen als vorher. Für fast ein Drittel der Nutzer ist Print dabei ein wichtiger Ausgleich in Zeiten von Corona, um ein Stück Normalität zu behalten und sich mit schönen, positiven Themen zu beschäftigen. Auch die Nutzung der Audio-Angebote steigt deutlich mit Radio um 24 Prozent und Podcasts um 13 Prozent an. Neue Abo-Abschlüsse für Medienangebote legen innerhalb der kurzen Zeit um insgesamt 16 Prozent zu. Vor allem Jüngere (24 %), Männer (19 %) und Befragte in größeren Städten ab 100.000 Einwohner (19 %) haben ein Abo abgeschlossen. Führend ist dabei Video-Streaming mit 10 Prozent vor Podcasts mit fünf Prozent und Zeitschriften, Zeitungen sowie deren Digital-Abos mit jeweils vier Prozent.

In einer repräsentativen Online-Befragung wurden 1.108 Erwachsene ab 16 Jahren vom 20. März bis zum 22. März 2020 befragt.

 

 

Ansprechpartner

Frank Giersberg

Geschäftsführer

Johannes Leibiger

Leiter Medienwirtschaft & Forschung