Back to top

Medienvielfalt: Reichweiten lassen sich nicht ausreichend kapitalisieren

28.10.2020

Noch nie war Vielfaltssicherung so wichtig wie jetzt! Die Corona-Krise hat die Medienbranche in den letzten Monaten empfindlich getroffen und viele Anbieter vor große wirtschaftliche Herausforderungen gestellt. Der aktuelle Vielfaltsbericht der Medienanstalten setzt sich kritisch damit auseinander, wie der Erhalt einer vielfältigen Medienlandschaft und damit auch die Sicherung der Meinungsfreiheit gelingen kann.

In einem Gespräch mit den VAUNET-Geschäftsführern Daniela Beaujean und Frank Giersberg machen diese nochmals deutlich, dass sich die guten Reichweiten, die in der Corona-Krise erzielt werden, nicht ausreichend monetarisieren lassen. Sie erläutern die Herausforderungen, vor denen die privaten Medien aufgrund der Pandemie stehen und was langfristig zur Sicherung der Medienvielfalt aus ihrer Sicht notwendig ist.

Meinungsbildung in Zeiten von Fake News und Desinformation

Der Medienvielfaltsmonitor und die Mediengewichtungsstudie der Medienanstalten erfassen den Anteil der Medienunternehmen am Meinungsmarkt und analysieren so potenzielle Meinungsmacht gattungsübergreifend. Beleuchtet wird auch die zunehmende Bedeutung von Intermediären wie YouTube, Google, Facebook und Co. für die Meinungsbildung in Deutschland und die daraus erwachsende Notwendigkeit medienrechtlicher Regulierung in diesem Bereich.

„Nach Ausbruch der Corona-Krise muss noch klarer sein: Desinformation ist keine Meinung, Fake-News sind keine Nachrichten, für Hass und Rassismus kann es keine Toleranz geben. Diese Phänomene haben ein enormes gesellschaftliches Schädigungspotenzial. Es gilt deshalb, geltendes Recht konsequent durchzusetzen und wo nötig anzupassen, um damit den Prozess der freien Meinungsbildung als fundamentale Voraussetzung unseres demokratischen Gemeinwesens zu schützen. Dabei ist insbesondere auch die Frage der Verantwortung von Plattformen in den Blick zu nehmen,“ betont Dr. Wolfgang Kreißig, DLM-Vorsitzender im medienpolitischen Ausblick.

Die Ergebnisse der im Bericht veröffentlichten aktuellen Schwerpunktstudie zu Intermediären und Meinungsbildung belegen die weiterhin zunehmende Relevanz von Intermediären. Mehr als 27 Millionen Personen im Alter über 14 Jahren informieren sich an einem durchschnittlichen Tag über das Zeitgeschehen in Deutschland, indem sie Dienste von Google, Facebook oder einem anderen Intermediär benutzen. Das entspricht vier von zehn Personen in Deutschland.

Der Vielfaltsbericht steht zum Download zur Verfügung.

Ansprechpartner

Frank Giersberg

Geschäftsführer