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Studie ermittelt Defizite bei der Informations- und Nachrichtenkompetenz

25.03.2021

 

Bei der Nutzung des Internets und der Sozialen Medien fehlt es oft an ganz konkreten Kenntnissen und Fähigkeiten zur Identifikation unabhängiger Informationen. In fast allen Kompetenz-Bereichen schneiden die Deutschen überwiegend mittelmäßig bis schlecht ab. Zu diesem Ergebnis gelangt eine Studie der Stiftung Neue Verantwortung (SNV), welche von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, der Landesanstalt für Medien NRW und der Medienanstalt Berlin Brandenburg (mabb) unterstützt wurde.

Die vier Förderer betonten bei der Studienpräsentation die Wichtigkeit des Verständnisses und der Einordnung von Informationen als die entscheidenden Voraussetzungen für demokratische Teilhabe und Mitwirkung an gesellschaftlichen Debatten. Zudem biete die Studie eine Grundlage für die Entwicklung von Strategien und konkreten Ansätzen der politischen Bildung.

Eine Auswahl der Studienergebnisse im Überblick:

1) Unterschiede zwischen Desinformation, Information, Werbung und Meinung werden zum Teil nur schwer erkannt. So hielten beispielsweise 56 Prozent der Befragten ein Advertorial – trotz Werbekennzeichnung – fälschlicherweise für eine Information. Nur 23 Prozent haben richtig erkannt, dass es sich um Werbung handelt.

2) Ob eine Quelle vertrauenswürdig ist, wird von Vielen richtig eingeschätzt. Interessenskonflikte werden allerdings seltener erkannt. So erkannten zwar 65 Prozent der Befragten, dass der Geschäftsführer eines Flugreisenportals als Autor eines Beitrags zum Thema Fliegen keine neutrale Quelle ist, doch nur die Hälfte der Befragten konnte auch den konkreten Interessenskonflikt benennen.

3) Die Kennzeichnungsstrategien von Social-Media-Plattformen zu Desinformationen sind bisher kaum wirksam. Maximal ein Viertel der Befragten identifizierte eine solche Markierung als hilfreichen Hinweis bzw. konnte die Information richtig einordnen.

4) Menschen zweifeln an der Unabhängigkeit des Journalismus von der Politik. So stimmten 25 Prozent der Aussage zu, dass Medien und Politik Hand in Hand arbeiten, um die Meinung der Bevölkerung zu manipulieren (weitere 28 Prozent sagten teils/teils). 24 Prozent glaubten, dass die Bevölkerung in Deutschland von den Medien systematisch belogen werde (weitere 30 Prozent sagten teils/teils).

5) Jüngere Generationen sind kompetenter als Ältere – allerdings ist dies abhängig vom Bildungsabschluss. Besonders nachrichtenkompetent sind die höhergebildeten Befragten zwischen 18 und 39 Jahren, während Menschen unter 40 mit niedriger Schulbildung besonders niedrige Kompetenzwerte aufweisen.

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Ansprechpartner

Tim Steinhauer

Senior Referent Medienverantwortung und Programm