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26. Symposium der Deutschen TV-Plattform: Ultra HD-Markteinführung erfordert Branchendialog

28.02.2014

Die Einführung von Ultra HD (4K) in den Endverbrauchermarkt bedarf noch einiger Entwicklungsschritte. Zu diesem Urteil kamen auf dem 26. Symposium der Deutschen TV-Plattform sowohl die Experten aus der Technologieentwicklung als auch Fernsehveranstalter.

Intendant Peter Boudgoust vom gastgebenden SWR betonte, dass es für eine geordnete Einführung von Ultra HD frühzeitiger und gemeinsamer Bemühungen der Branchenpartner bedürfe. Aus seiner Sicht sei aber noch Zeit bis zur Marktreife. André Prahl von der Mediengruppe RTL Deutschland mahnte, den Zuschauer nicht zu vergessen und unterstrich ebenfalls die Bedeutung des Branchendialogs für die Ultra HD-Einführung.

Laut Prof. Dr.-Ing. Norbert Frühauf von der Universität Stuttgart und Dr. Johannes Steurer vom Bildtechnikhersteller ARRI besteht der Mehrwert von Ultra HD im Vergleich zu HD in erster Linie in der vierfach höheren Pixelzahl. Damit Ultra HD sich aber auch langfristig zu einer Erfolgsstory entwickeln kann, seien der erweiterte Bildkontrast (High Dynamic Range, HDR), höhere Bildwiederholungsraten (Higher Frame Rates, HFR) sowie mehr Farbabstufungen für die Bilddarstellung die drei wichtigsten Schlüsselfaktoren.

Dr. Rainer Schäfer vom Institut für Rundfunktechnik (IRT) und Rüdiger Kupke vom Cologne Broadcasting Centre (CBC) verwiesen in ihren Ausführungen auf die erheblichen technischen Anforderungen an die Fernsehsender. Derzeit bestehen Lücken in der TV-Produktionskette und der neue Videokompressionsstandard H.265 HEVC gewinne an Bedeutung für die TV-Sender. Da Ultra HD auch für die Bewegtbildverbreitung im Internet (Video-on-Demand, OTT, IPTV) Relevanz haben wird, hält Frank Lonczewski von der Deutschen Telekom erhebliche Investitionen ins Breitbandnetz für erforderlich.
Dass Pay-TV bei der UHD-Einführung die Rolle eines Entwicklungspioniers übernehmen könnte, erklärte Stephan Heimbecher von Sky Deutschland. Er berichtete über Testproduktionen und Überlegungen für Multiview-TV , bei dem verschiedene Bildperspektiven parallel auf dem Ultra HD Bildschirm dargestellt werden – und zwar jede Teilansicht in HDTV.

Parallel zum Symposium ist das aktualisierte „White Book Beyond HD“ (Version 1.1, 2014) erschienen.

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Ansprechpartner

René Böhnke

Senior Referent Medientechnologie & IT