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Digitalisierung Kabelfernsehen nahezu abgeschlossen

01.04.2019

Die Digitalisierung des Fernsehens ist nahezu abgeschlossen. Ende März stellte das Projektbüro der Initiative „Digitales Kabel“ planmäßig seine Koordinierungs- und Kommunikationsarbeit ein. Bis Ende Juni 2019 werden noch einige wenige analoge Kabelstandorte umgerüstet. Aber fast 100 Prozent der analogen Kabel-TV-Haushalte sind nunmehr digitalisiert. Damit ist nach den bereits erfolgten Umstellungen des Antennen- und Satellitenfernsehens die Digitalisierung des dritten klassischen TV-Übertragungsweges vollzogen. Um die Schlussphase der Kabeldigitalisierung möglichst reibungslose gewährleisten zu können, wurde Ende 2017 die Initiative Digitales Kabel gegründet. Die von den Medienanstalten, ANGA, Telekom Deutschland, PŸUR und Vodafone, VAUNET sowie den Programmanbietern ARD, Mediengruppe RTL Deutschland und ProSiebenSat.1 Media SE getragene Initiative hatte Anfang 2018 ein Projektbüro eingerichtet, mit deren Betrieb die Goldmedia GmbH beauftragt wurde. Für den VAUNET fungierte insbesondere Tim Steinhauer als Schnittstelle zwischen dem Projektbüro und den Verbandsmitgliedern.

Vor welchen Herausforderungen stand das Projekt?
Die Digitalisierung des analogen Kabelfernsehens war anders als bei Antenne und Satellit ein komplexeres Projekt. Dies lag zum einen an der Vielzahl an Netzbetreibern und weiteren Prozessbeteiligten, wie zum Beispiel der Wohnungswirtschaft Auch die abweichenden Umsetzungsstrategien der Kabelnetzbetreiber erschwerten die Schaffung einer Dachkommunikation. Umso erfreulicher ist die planmäßige und technisch fast reibungslose Umstellung.

Was gab es bei der Umstellung zu bedenken?
Für das Gelingen eines reibungslosen Umstiegs war das aktive Mitwirken der betroffenen Kabelhaushalte erforderlich. Zum einen mussten die Zuschauer unter Umständen neue, digitale Empfangstechnik anschaffen. Des Weiteren erfolgte mit dem Analog-Digital-Umstieg in der Regel auch eine Neuordnung der Kanalbelegung. Damit weiterhin alle TV-Programme sichtbar sind, musste daher nach dem Umstieg ein Sendersuchlauf veranlasst werden. Viele Netzbetreiber haben außerdem ihr Radioangebot digitalisiert und neue Breitbandtechnologie installiert, so dass neben den analogen Kabelfernsehhaushalten auch Zuschauer mit bereits digitalem TV-Kabel vom Umstellungsprozess und der damit verbunden Kanalneubelegung betroffen waren. Daher war es eine zentrale Aufgabe, die von der Kabelabschaltung betroffenen Zuschauer und Zuhörer umfassend zu informieren sowie zum Handeln zu aktivieren. Um “dunkle TV-Bildschirme“ zu vermeiden, wurden eine Vielzahl an kommunikativen Maßnahmen umgesetzt. Zum einen informierten in den analogen TV-Programmen Laufbandtexte die Zuschauer über den bevorstehenden Umstieg. Die TV-Sender richteten zudem Infotafeln im Videotext ein. Zum anderen gab es neben den unternehmensspezifischen Kommunikationsmaßnahmen der Netzbetreiber als zentrale Informationsportal www.digitaleskabel.de. Hier fanden die Privathaushalte als auch Unternehmen, wie die Wohnungswirtschaft gebündelten Informationen zum Umstieg.

Was bedeutet die Digitalisierung des Kabelfernsehens für die Zuschauer?
Künftig können die Zuschauer ein größeres Programmangebot empfangen. Auch steht den Kabelnetzbetreibern jetzt mehr digitale Netzkapazitäten zur Verfügung, um mehr Fernsehprogramme in hochauflösender Bildqualität anzubieten zu können. Wichtig war, den betroffenen Zuschauern zu vermitteln, dass der Analog-Digital-Umstieg grundsätzlich nicht mit einem Verlust an Vielfalt einhergeht, sondern genau das Gegenteil der Fall ist.

Ist die Arbeit jetzt beendet?
Wie geplant endet jetzt die Arbeit des von der Initiative gegründeten Projektbüros, auch wenn einige wenige Abschalttermine noch bis Ende Juni 2019 ausstehen. Zudem wird das Webangebot www.digitaleskabel.denoch bis Ende des Jahres bestehen bleiben.

 

Ansprechpartner

Tim Steinhauer

Senior Referent Medienverantwortung und Programm

Frank Giersberg

Geschäftsführer