Back to top

Der Wert von offenen und geschlossenen Geschäftsmodellen

17.11.2011

Die aus dem Jahr 2010 stammende Studie „Die Neuen Spielregeln der Offenheit“ von The Boston Consulting Group (BCG) wurde gestern im Rahmen einer Veranstaltung von Liberty Global in Berlin vorgestellt.

In der Studie gelangt BCG zu dem Ergebnis, dass der Hype um Offenheit von Netzen, Standards und Angeboten in die Irre leiten kann und Offenheit per se noch keinen Wert darstellen muss. Die Empfehlung der Unternehmensberater an die Politik lautet: Regulierungsbehörden sollten nur dann eingreifen, wenn eine marktbeherrschende Stellung in missbräuchlicher Weise ausgenutzt wird und die Situation aller Voraussicht nach nicht über den freien Wettbewerb mit anderen Akteuren gelöst werden kann.

Aus Sicht von BCG ergeben sich aus den „Umwälzungen im Bereich Offenheit“ drei wesentlichen strategische „Schlachten“:

- Die „Schlacht“ um die Inhaltsnavigation - Wer wird zukünftig das bevorzugte Eingangsportal der Konsumenten zu digitalen Inhalten darstellen?
- Die „Schlacht“ um den Konsumentenzugang – Wie werden sich die Voraussetzungen für den Zugang für und zu Konsumenten über Distributionsnetze gestalten?
- Die „Schlacht“ um die Verbraucherdaten – Wer erhält die Kontrolle über die vielfältigen Verbraucherdaten und kann diese über Werbung und Handel monetarisieren?

Die Regulierung sollte sich laut BCG auf Bereiche konzentrieren, in denen die Ergebnisse der strategischen „Schlachten“ und der marktgetriebenen Offenheitsdynamik zu Formen von Geschlossenheit führen, von denen möglicherweise negative Folgen für die Branche oder den Verbraucher zu erwarten sind. Geschlossenheit im negativen Sinne liege vor, wenn der Wettbewerb durch eine übermäßige Einschränkung des Zugangs zu wichtigen Gütern strukturell behindert wird und wenn starke Marktpositionen von Unternehmen zu problematischen Lock-in-Effekten bei Kunden ohne angemessene Handlungsalternativen führen.

Tags: 

Ansprechpartner

Frank Giersberg

Geschäftsführer