Back to top

ARD will Auftragsdebatte 2021 starten und digitalen Umbau vorantreiben

25.09.2020

Der ARD-Vorsitzende und WDR-Intendant Tom Buhrow hat nach der Tagung der ARD-Intendanten am 22./23. September 2020 erklärt, dass die Landesrundfunkanstalten mit Beginn des kommenden Jahres in der Debatte um die Auftragsneubestimmung weitere Schritte unternehmen werden. Es ist geplant, im ersten Quartal 2021 eine umfassende programmstrategische Klausur durchzuführen, die alle Ausspielwege und den Bereich Verwertung umfassen soll, sowie im Laufe des Jahres neue Leitlinien zu verabschieden. Die Auftragsneudefinition ist 2021 einer der Hauptaufgaben der medienpolitischen Arbeit und könnte so etwas wie ein neuer "Gesellschaftsvertrag" für die Rundfunkanstalten werden, sagte Buhrow. Er äußerte zudem die Hoffnung, dass  die Beitragserhöhung in den Landesparlamenten beschlossen wird, damit ein tiefgreifender Reformprozess nicht gefährdet wird. 

Zur weiteren Programmentwicklung sagt Tom Buhrow, dass im Digitalen fünf Bereiche, die sogenannten Big Five, gestärkt werden sollen. Dies sind die ARD-Mediathek und die ARD-Audiothek sowie tagesschau.de, sportschau.de und kika.de. Insgesamt sind zehn Handlungsfelder definiert worden, um die Attraktivität der ARD-Onlinenangebote zu steigern. Dazu zählt auch, portalspezifische und -originäre Inhalte in den Mediatheken anzubieten. Die RBB-Intendantin, Patricia Schlesinger, hob hervor, dass das Fiction-Angebot ein großer Treiber für die Nutzung der ARD-Mediathek ist. Man brauche noch mehr Serien, Mini-Serien und Events und man wolle künftig weg von Programmplätzen und hin zu Projekten und Events. Thomas Schreiber, neuer Geschäftsführer der Degeto, ergänzte, dass dabei auch über andere Wege der Finanzierung nachgedacht werden müsse. Tom Buhrow betonte, dass die ARD über viel mehr Video als die amerikanischen Konkurrenten verfüge. Diese müssten aber viel leichter auffindbar gemacht werden. Daher wolle man die Anstrengungen im Bereich Personalisierung vorantreiben. Eine weitere Maßnahme zur Verbesserung der Usability sei, dass in der ARD-Mediathek die barrierefreien Fassungen nicht mehr direkt neben den nicht barrierefreien Fassungen stehen.

Zur aktuellen Entwicklung der Beitragseinnahmen äußerte sich Tom Buhrow nicht. Er gab an, dass die ARD Covid-19-bedingt etwas über 10 Prozent Werbeeinbußen zu verzeichnen hat.

Der WDR wird auch 2021 den ARD-Vorsitz innen haben.

Themen: 

Mehr zur Thematik

Ansprechpartner

Tim Steinhauer

Senior Referent Medienverantwortung und Programm