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„TV makes a difference!“

21.11.2020

Der World TV Day steht diese Jahr unter dem Motto „TV makes a difference!“. Während der Covid-19-Pandemie unterstützt das Fernsehen die Menschen und ist verlässliche Konstante. Darüber hinaus greifen TV-Programme Themen wie rassistische und soziale Ungerechtigkeit, Hate Speech und die drängenden Klimafragen auf und ordnen ein.

Fernsehen ist und war schon immer ein sozialer Klebstoff. Während die Pandemie Menschen auf Distanz hält, bringt sie das Fernsehen zusammen. Durch die Ausgangssperren schossen die Zuschauerzahlen in die Höhe, Sender reagierten auf der ganzen Welt schnell und mit großer Kreativität auf die einzigartigen Umstände. Fernsehen wurde in dieser Phase für die Menschen zu einer verlässlichen Quelle für vertrauenswürdige Informationen und tröstende Ablenkung. Die Angebote bieten bis heute den dringend benötigten Eskapismus.

Zwischen Informationsbedürfnis und Eskapismus

Die Ausnahmesituation durch die Corona-Krise ließ die TV-Nutzung in Deutschland deutlich steigen. Als die Deutschen aufgrund von Ausgangsbeschränkungen zu Hause bleiben mussten, stieg das Bedürfnis nach Information und Ablenkung. Die Ausnahmesituation spiegelte sich in der TV-Nutzung wider, die laut einer Analyse der AGF Videoforschung für den Zeitraum März 2020 deutlich anstieg. Es haben aber nicht nur mehr Menschen eingeschaltet, sondern die Bevölkerung hatte auch deutlich mehr und intensiver ferngesehen: Im März lag die Sehdauer im Gesamtpublikum mit durchschnittlich 244 Minuten auf einem Rekordniveau.

Besonders Nachrichten waren ein Treiber für die gestiegene TV-Nutzung bei der jüngeren Zielgruppe. 79,9 Prozent der 14- bis 29-Jährigen gaben im März an, sich mindestens einmal am Tag über einen TV-Sender informiert zu haben – das waren 10,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Das große Bedürfnis nach aktueller Information findet jedoch auch einen Gegenpunkt: Die Menschen suchen nach Ablenkung. In tiefenpsychologischen Interviews aus dem März zeigte sich, dass die Zuschauer Sendungen ansteuern, die Themen aus dem normalen Leben aufgreifen, wie beispielsweise Kochen, Shoppen, Daten und Reisen. Im Genre Factual Entertainment/Reality stieg während der Ausgangbeschränkung die Sehdauer bei den Erwachsenen ab 14 Jahren sogar um 33,9 Prozent auf 1021 Minuten.

Auch Shows standen bei den Zuschauern hoch im Kurs – hier trieben ebenfalls die Jüngeren den Nutzungsanstieg. Im März 2020 sahen die 14- bis 49-Jährigen 579 Minuten Sendungen wie Let’s Dance, The Masked Singer, Kitchen Impossible und Germany’s Next Topmodel – eine Steigerung von 20,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Cocooning-Trend wurde durch Pandemie verstärkt

Das Fernsehen vom Trend des Cocooning profitiert, zeigt sich auch an der Gerätenutzung. Im Vergleich zu anderen Bildschirmgeräten – wie PC, Laptop, Smartphone oder Tablet – wird der Fernseher in den deutschen Haushalten im Jahr 2020 wieder etwas relevanter. Ein rückläufiger Trend der letzten Jahre wurde gestoppt. Nur bei der allgemeinen Nutzung, also auch ohne Nutzung von Bewegtbildinhalten, ist das Smartphone relevanter als das TV-Gerät. Die Autoren des Digitalisierungsberichts Video 2020 betonen jedoch, dass die Rückkehr an den Fernsehbildschirm vor dem Hintergrund der speziellen Corona-Situation in diesem Jahr betrachtet werden muss. Inwieweit das gemeinsame Fernsehschauen am Big Screen auch über 2020 hinaus wieder zulegt, bleibt abzuwarten.

 

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