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New Work: VAUNET-Workshop stellt Raumkonzepte für die neue Arbeitswelt vor

15.06.2022

Das Remote-Arbeiten während der Pandemie hat gezeigt, welche Vorteile New-Work-Ansätze mit sich bringen können. Mit Ende der Home-Office-Pflicht dürfen diese Errungenschaften nicht im Keim erstickt werden – ein Umdenken hin zu flexibleren Arbeitsweisen ist gefordert. Unternehmen kann ein solcher Change-Prozess vor Herausforderungen stellen. Im Rahmen des VAUNET-Workshops „New Work: Raumkonzepte für die neue Arbeitswelt“ gab Julia von Dewitz, Expertin für Change, Strategie und Kommunikation der Unternehmensberatung Neofaktur, eine Einführung in die Thematik. Neue Raum- und Flächenkonzepte im Sinne des New Work und ihre ersten Erfahrungen damit teilten im Anschluss Stefan Camenzind, Architekt und Executive Director der Evolution Design AG, Maike Jungjohann, Head of Business Transformation von RTL NEWS und Marc Haberland, Geschäftsführer des RTL Audio Centers Berlin.

New Work ist der Baustein für die Arbeit der Zukunft, der sich sinnstiftend auf die beruflichen Tätigkeiten auswirkt. Konkret geht es dabei um neue, flexiblere, innovative und attraktive Arbeitsweisen. Im Besonderen nach der Pandemie hilft New Work dabei, das Büro als einen attraktiven Ort mit Mehrwert zu gestalten, zu dem die Mitarbeitenden gerne zurückkehren wollen. Home-Office als flexible Alternative zum Arbeiten vor Ort ist dabei Teil des neuen Konzeptes und darf mit „Ende“ der Pandemie nicht abgeschafft werden. Wichtig ist dabei auch, dass sich New Work nicht nur auf den Bereich Home-Office beschränkt. Julia von Dewitz von der Unternehmensberatung Neofaktur erklärt: „Es wäre fatal, wenn man beispielsweise zwei Tage wie während der Pandemie, sprich Home-Office, und drei Tage wie vor der Pandemie arbeitet. Es muss gelten: Fünf Tage nach der Pandemie!“ – Fünf Tage New Work.

Flächenkonzepte und Arbeitsweisen ausprobieren

Bei der Implementierung von New Work geht es einerseits um die Gestaltung der Büroräume und -flächen, andererseits um ein neues Mindset, eine neue Form der Zusammenarbeit. Da jedes Unternehmen einzigartig ist, sollte klar sein, wie Julia von Dewitz betont, dass es keine perfekte Blaupause gibt. Der Change-Prozess hin zu New Work muss sich in jedem Unternehmen ganz individuell gestalten. Dabei müssen die Mitarbeitenden und ihre Wünsche unbedingt mit eingebunden werden und der Change auch von der Geschäftsleitung gelebt werden. Dafür ist es essentiell, Spielregeln zu schaffen und neue Dinge zu testen – einerseits um Ängste und Zweifel zu nehmen und andererseits, um herauszufinden, ob die Neuerungen auch wirklich passen und funktionieren.

Eine starke Unternehmenskultur lebt von gemeinsamer Arbeit und Austausch

Eine Befürchtung, die oft im Bezug zu flexiblem Arbeiten im Raum steht, ist der Verlust der Unternehmenskultur und -werte. Doch Stefan Camenzind, Architekt und Executive Director der Evolution Design AG gibt Entwarnung: „Die Kultur und die Werte eines Unternehmens sind nicht ortsgebunden, sondern entstehen durch gemeinsame Arbeit.“ Er empfiehlt einen guten Mix aus Büro-Arbeit, Home-Office und 3rd-Place-Optionen. Desk Sharing und Gemeinschaftsflächen spielen am Arbeitsplatz der Zukunft daher eine wichtige Rolle. Durch weniger feste Arbeitsplätze, die sich Mitarbeitende teilen, werden gleichzeitig Flächen frei, um beispielsweise Ruheboxen, Kommunikations-Hubs oder einen (Indoor-)Garten anzulegen. Arbeits- und Kommunikationsflächen sollten sich im besten Falle am Ende des Gestaltungsprozesses die Waage halten.

Schlüssel zum Erfolg: Viel Kommunikation und gleiche Regeln für alle

Maike Jungjohann, Head of Business Transformation RTL NEWS, stellte die Pilot-Einheiten von Super RTL und RTL NEWS in den alten Messehallen von RTL Deutschland in Köln-Deutz vor. Sie begleitet die Büro-Umstrukturierung von rund 1.000 Mitarbeitenden, die von Evolution Design entworfen worden ist, seit Anfang der Pandemie  und hat positive Erfahrungen gesammelt: „Ein Redaktionsleiter sagte, dass er sein Einzelbüro weiterhin behalten wollte. Ich habe ihm erklärt, dass selbst die Chefredaktion und die Geschäftsführung keine personalisierten Einzelbüros mehr haben würden. Und dann kam tatsächlich auch das Umdenken. Der Prozess dauert natürlich, umso wichtiger ist es, die gleichen Leitlinien für alle aufzustellen.“ Der Change-Prozess innerhalb des Projekts „Playground“ wird von einer ständigen Kommunikation, wie über den Newsletter, begleitet und es wird sich kontinuierlich das Feedback der Mitarbeitenden eingeholt. Ein weiteres wichtiges Learning von Maike Jungjohann: den Mitarbeitenden einen Einblick in die Entwürfe der Architekt:innen zu geben. So sei bei vielen Freude auf die neuen Büro-Möglichkeiten entstanden.

Raumgestaltung geprägt vom individuellen Unternehmenscharakter

Die Umstrukturierung der Büroflächen im RTL Audio Center Berlin wurden bereits im Dezember 2020 abgeschlossen. Marc Haberland, Geschäftsführer RTL Audio Center Berlin, war es besonders wichtig, viele Orte der Begegnung zu schaffen. So zog das Unternehmen, das sich auf drei Etagen verteilt hatte, in ein Gebäude, wo es auf einer Etage Platz fand, und installierte einen großzügigen Kommunikations-Hub mit Kochmöglichkeiten in der Mitte der Räumlichkeiten. Ein Hauptanliegen war es auch, den Charakter des Unternehmens mit seiner event-, hauptstadt- und radiobezogenen Atmosphäre einzufangen. So wurden beispielsweise aus Mikrofonen Hängelampen für den Eingangsbereich designt. Über 35 LED-Bildschirme sind alle Mitarbeitenden jederzeit über wichtige Ereignisse oder Termine informiert. Das Ergebnis: Lebendigeres und flexibleres Arbeiten untereinander und mehr Begeisterung und Motivation bei den täglichen Aufgaben durch die kreativ gestalteten Räumlichkeiten.

Ansprechpartner

Johannes Leibiger

Leiter Medienwirtschaft & Forschung