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Radioindustrie im internationalen Vergleich (2016)

23.01.2018

Die weltweiten Erlöse der Radioindustrie sind 2016 weiter leicht angestiegen und lagen bei gut 33 Milliarden Euro. Wie aus dem International Communications Market Report 2017 der britischen Medienaufsicht OFCOM hervorgeht, stammt mit 24,7 Milliarden Euro der Großteil der weltweiten Radio-Erlöse aus der Werbefinanzierung. Die öffentliche Gebührenfinanzierung macht 4,8 Milliarden Euro aus, davon entfallen mit 2,8 Milliarden Euro fast 60 Prozent auf das öffentlich-rechtliche Radio in Deutschland. Mit Radio-Abonnements wurden weltweit 3,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Die USA liegen im internationalen Vergleich mit deutlichem Abstand vorn. In 2016 hat die US-amerikanische Radioindustrie laut OFCOM insgesamt 19,84 Mrd. Euro erwirtschaftet. Auf Platz 2 liegt Deutschland mit einem Radio-Marktvolumen von 3,55 Milliarden Euro. Andere Studie gehen für Radio in Deutschland 2016 sogar von einem Jahresumsatz von 4,3 Milliarden Euro aus (vgl. VPRT-Publikation „Umsätze der audiovisuellen Medien in Deutschland“). Mit einigem Abstand folgen China (2,08 Mrd. Euro), Großbritannien (1,47 Mrd. Euro) und Frankreich (1,35 Mrd. Euro).

Den größten Anteil an den Erlösen erwirtschaften die Radiounternehmen mit Werbung, die allein 24,73 Milliarden Euro (75 %) eingespielt hat. Auf Rang 2 folgen Gebühreneinnahmen (4,78 Mrd. Euro), während Abonnements nur auf 3,67 Milliarden Euro kommen.

 

Im Europäischen Vergleich liegt Deutschland als größter Radio-Gesamtmarkt mit einem Gesamtvolumen von 3,6 Milliarden Euro vorne. Das mit Abstand größte Segment im deutschen Radiomarkt sind die öffentlichen Gelder in Höhe von 2,8 Milliarden Euro. In Europa liegen in diesem Segment Großbritannien und Frankreich mit je 0,6 Milliarden Euro auf Platz 2. Die europaweit höchsten Werbeumsätze im Radio verzeichnet Deutschland mit 0,8 Milliarden Euro, vor Großbritannien (0,7 Mrd. Euro) und Frankreich (0,6 Mrd. Euro), Spanien (0,5 Mrd. Euro) und Italien (0,4 Mrd. Euro).

Das Radio zählt auch weiterhin zu den meistgenutzten Medien. Vor allem in China ist die Radionutzung weit verbreitet, bei einer Reichweite von 98 Prozent hört fast jeder mindestens einmal pro Woche Radio. Auf Rang 2 folgen Schweden und Polen (je 94 %) vor Großbritannien (90 %). In Deutschland hören der OFCOM zufolge 68 Prozent der Menschen regelmäßig Radio. Demgegenüber ging die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse bei der Radionutzung in Deutschland 2016 von einer werktäglichen Reichweite von 78,7 Prozent der Bevölkerung (ab 14Jahren) beziehungsweise von einem Weitesten Hörerkreis (Nutzung in 2 Wochen) von sogar 92,9 Prozent der Bevölkerung aus.

Auch bei der Nutzung von Audioinhalten über Smartphones ist das Radio nach wie vor relevant. Zwischen 10 und 20 Prozent der Menschen hören auch mobil musikbasiertes Radio, in Spanien sind es mit 21 Prozent sogar noch etwas mehr. In Deutschland nutzen 13 Prozent der Smartphonebesitzer ihr Gerät zum Radiohören. Größte Konkurrenz des Radios sind Musikstreamingdienste und eigene Musik, beispielsweise als MP3.