Back to top

Radio und Fernsehen gewinnen Vertrauen der Deutschen

06.04.2017

Radio und Fernsehen bleiben die vertrauenswürdigsten Medien der Deutschen und erreichen gegenüber früheren Erhebungen deutlich höhere Vertrauenswerte, während die sozialen Medien weiter an Glaubwürdigkeit eingebüßt haben.

Wie aus dem Standard Eurobarometer 86 der Europäischen Kommission hervorgeht, vertrauen die Deutschen vor allem Radio und Fernsehen. 67,80 Prozent der Befragten ab 15 Jahren gaben im November 2016 an, dem Radio eher zu trauen. 26,39 Prozent vertrauten ihm nicht. Das Fernsehen kommt auf eine Vertrauensquote von 60,48 Prozent. Damit ist der Anteil derer, die das Fernsehen für vertrauenswürdig halten fast doppelt so groß wie der der Skeptiker (34,75 %).

    

Dem Internet gegenüber sind die Deutschen vorsichtiger. 31,68 Prozent gaben an, Informationen aus dem Internet zu vertrauen, mit 50,69 Prozent vertraut die Hälfte der Deutschen dem Internet nicht. Sozialen Medien vertrauen die Menschen in Deutschland hingegen kaum. Nur 13,65 Prozent halten soziale Medien für vertrauenswürdig, mit 62,70 Prozent lehnen sie fast zwei Drittel der Deutschen ab. Der Anteil derer, die sich hier unsicher sind liegt mit 23,64 Prozent besonders hoch.

    

Der Presse trauen die Deutschen auch wieder deutlich mehr als noch vor einem Jahr. Über die Hälfte (55,72 %) halten sie für vertrauenswürdig, 38,86 Prozent eher nicht. Das Vertrauen in die Parteien ist ebenfalls gestiegen, liegt der Befragung zufolge allerdings mit 29,02 Prozent immer noch auf niedrigem Niveau, während 63,53 Prozent angeben, den Parteien eher nicht zu vertrauen.

    

Auch im europäischen Vergleich kommt das Radio auf den höchsten Vertrauensanteil. 59 Prozent der Europäer (EU28) stufen das Radio als vertrauenswürdig ein, 34 Prozent sind skeptisch. Höchste Vertrauenswerte erreicht das Radio mit 82 Prozent in Schweden und Finnland, Deutschland liegt mit 68 Prozent über dem Durchschnitt. Am wenigsten Zustimmung erfährt das Radio in Mazedonien, das größte Misstrauen hegen die Griechen.

Dem Fernsehen vertraut rund jeder zweite Europäer. Auch hier liegt Finnland mit 78 Prozent an der Spitze, vor Schweden, Albanien und Portugal (jeweils 72 %). Das Vertrauen in das deutsche Fernsehen liegt mit 60 Prozent ebenfalls über dem europäischen Durchschnitt. Auch hier zeigt die Studie in Griechenland das größte Misstrauen (77 %).

Beim Internet zeigt sich auch in Europa eine gewisse Unsicherheit. 36 Prozent der Europäer halten das Internet für vertrauenswürdig, 48 Prozent widersprechen. Rund jeder Sechste ist sich unsicher, ob man Informationen aus dem Internet vertrauen kann. In Tschechien ist das Vertrauen ins Internet am größten. Jeder zweite stuft das Internet als vertrauenswürdig ein. Deutschland liegt mit einem Vertrauensanteil von 32 Prozent unter dem europäischen Durchschnitt und im hinteren Bereich der Rangliste. Die wenigste Zustimmung erfährt das Internet in Frankreich.

Die sozialen Netzwerke werden auch in Europa als wenig vertrauenswürdig angesehen. In fast allen Ländern liegen die Misstrauenswerte über 50 Prozent, im Durchschnitt misstrauen 59 Prozent der Europäer sozialen Medien. Die Vertrauensrate liegt bei nur 21 Prozent. Deutschland ist auch hier deutlich kritischer und kommt auf einen Misstrauenswert von 63 Prozent. Nur 13 Prozent der Deutschen halten soziale Netzwerke für vertrauenswürdig. Schlusslicht ist auch hier Frankreich.

Ansprechpartner

Frank Giersberg

Mitglied der Geschäftsleitung / Markt- und Geschäftsentwicklung, Kaufmännischer Leiter