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Radio- und Audionutzung 2015 im internationalen Vergleich

08.02.2017

Radio steht auch dem International Communications Market Report 2016 zufolge weltweit für Massenreichweiten und bleibt das meistgenutzte Medium für den Konsum von Audioinhalten. In Deutschland gaben 76 Prozent der befragten Erwachsenen an, regelmäßig Radio zu hören. Damit liegt die Radionutzung der Deutschen im Ländervergleich weiterhin an der Spitze, gefolgt von Italien (75 Prozent), Frankreich (70 Prozent) und Spanien (68 Prozent). In Italien und Spanien liegt gleichzeitig auch die regelmäßige Nutzung von Audioinhalten über portable Abspielgeräte mit rund 40 Prozent der Befragten auf verhältnismäßig hohem Niveau, während nur 24 Prozent der befragten Deutschen angeben, regelmäßig Audioinhalte über portable Audiogeräte zu hören. Rund ein Fünftel der Deutschen nutzen regelmäßig stationäre Audiowiedergabegeräte, besonders hohe Werte wurden hier für Italien (34 Prozent) und Frankreich (32 Prozent) ermittelt.

Auch bei der Nutzung von Audioinhalten über Smartphones hat Radio eine relevante Position inne. Die Radionutzung über das Mobiltelefon liegt hinter der MP3-Nutzung, in vielen Ländern aber vor Streaming. Am weitesten verbreitet ist die Radionutzung über Mobiltelefone der OFCOM-Befragung zufolge in Italien und Spanien. In Deutschland liegt die mobile Radionutzung bei 17 Prozent.

Neben den Ergebnissen der eigenen Konsumentenbefragung finden sich in dem OFCOM-Bericht auch internationale Vergleichsdaten zur Haushaltsreichweite von Radio. Dazu weisen die Autoren allerdings ausdrücklich darauf hin, dass die Daten aus diversen Quellen stammen und wegen methodischer Abweichungen nicht vergleichbar sind, sondern nur als grober Indikator dienen können. Denkbar wäre beispielsweise, dass die teilweise besonders hohen Werte sich auf den sogenannten weitesten Hörerkreis beziehen (der in Deutschland laut ag.ma bei über 90 Prozent liegt), während die niedrigen Werte sich möglicherweise auf Reichweite pro Tag (in Deutschland zuletzt bei 77 Prozent) oder sogar pro Stunde beziehen könnten. Für das Radioland Deutschland kommt die OFCOM jedenfalls selbst gegenüber ihren eigenen (oben genannten) Befragungsergebnissen in diesem Vergleich auf einen viel zu niedrigen Platz im Ranking. Zudem liegen die OFCOM-Angaben für den deutschen Markt deutlich unter den von der ag.ma erfassten Radio-Reichweiten in Deutschland. Trotz dieser methodischer Schwächen zeigt die Gegenüberstellung der OFCOM dennoch, dass Radio weltweit den Großteil der Haushalte erreicht.

Bei der Hördauer liegt Deutschland der Untersuchung zufolge im vorderen Bereich. Pro Person werden hier rund 21 Stunden pro Woche angenommen, während Polen als Spitzenreiter 32 Stunden erreicht. Auf den Plätzen 2 und 3 liegen Russland mit 29 Stunden und Italien mit 25 Stunden.

Der OFCOM International Communication Market Report vergleicht die Penetration, Nutzung und Veränderungen im Kommunikationssektor Großbritanniens mit 17 internationalen Märkten. Neben Deutschland sind Australien, Brasilien, China, Frankreich, Indien, Italien, Japan, die Niederlande, Nigeria, Polen, Russland, Schweden, Singapur, Spanien, Südkorea und die USA Teil der Analyse. Aufgrund von veränderten Definitionen, neuen Datenquelle, Methoden und Erhebungen, aber auch schwankenden Umrechnungskursen sind die Daten der diesjährigen Publikation nicht immer mit den Daten der Vorjahre vergleichbar. Im Gegensatz zu VPRT-Publikationen enthalten die Umsätze der OFCOM-Publikationen Gebühren für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sowie technische Entgelte für den Zugang zu Plattformen (z.B. Kabelgebühren).

Dokumente: 

Ansprechpartner

Frank Giersberg

Mitglied der Geschäftsleitung / Markt- und Geschäftsentwicklung, Kaufmännischer Leiter