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Mediennutzung 2020: über neuneinhalb Stunden audiovisuelle Mediennutzung pro Tag

04.02.2021

Der Konsum von Fernsehen, Radio und anderen audiovisuellen Medien bleibt die mit Abstand beliebteste Freizeitbeschäftigung der Deutschen – auch in Krisenzeiten: Hochgerechnet 9 Stunden und 43 Minuten pro Tag haben die Deutschen (ab 14 Jahren) im zurückliegenden Jahr mit audiovisuellen Medien verbracht – über eine halbe Stunde mehr als im Vorjahr (2019: 9 Stunden und 3 Minuten). Die gesteigerte audiovisuelle Mediennutzung ist unter anderem einem verstärkten Bedürfnis nach Information sowie nach Unterhaltung und Ablenkung insbesondere in der ersten Hochphase der Corona-Krise geschuldet. Insgesamt verbrachten die Deutschen im Jahr 2020 täglich 11 Stunden und 6 Minuten mit der Nutzung von Medien (Vorjahr: 10 Stunden und 16 Minuten). Da die Medienzeitbudgets aus unterschiedlichen Quellen mit uneinheitlichen Erhebungszeiträumen teilweise vor Beginn der Corona-Krise stammen, können etwaige Corona-Sondereffekte in der Mediennutzung nicht für alle Mediengattungen einheitlich abgebildet werden.

Die tägliche Bewegtbildnutzung der Deutschen ab 14 Jahren lag im zurückliegenden Jahr 2020 bei insgesamt 5 Stunden und 44 Minuten – ein neuer Spitzenwert sowie ein Anstieg von 36 Minuten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (2019: 5 Stunden und 10 Minuten). Vor allem das Fernsehen hat dabei an Relevanz gewonnen - damit verbrachten die Deutschen 3 Stunden und 58 Minuten täglich (Vorjahr: 3 Stunden und 47 Minuten) (1). Aber auch die Nutzung von Onlinevideos der 14- bis 69-Jährigen stieg auf 59 Minuten pro Tag (Vorjahr: 47 Minuten) (2).

Die durchschnittliche tägliche Audionutzung lag im gleichen Zeitraum hochgerechnet bei insgesamt 3 Stunden und 57 Minuten (Vorjahr: 3 Stunden und 53 Minuten). Hiervon entfielen mit 3 Stunden und 9 Minuten der Großteil auf das werktägliche Radiohören (Vorjahr: 3 Stunden und 17 Minuten) (3).

Medienangebote im Internet wurden im Jahr 2020 im Durchschnitt 2 Stunde und 13 Minuten genutzt (Vorjahr: 1 Stunde und 41 Minuten). Davon entfielen 100 Minuten (Vorjahr: 76 Minuten) auf die Nutzung von Onlinevideo und Musikstreaming/MP3. Weitere Formen der audiovisuellen Mediennutzung, wie Kino, Videospiele, DVDs/Blu-ray sowie CDs lagen kumuliert bei 56 Minuten (Vorjahr: 43 Minuten) täglicher Nutzung (2). Basis sind hier die 14- bis 69-Jährigen in Deutschland.

Das Radio war im durchschnittlichen Tagesverlauf von morgens bis in die frühen Abendstunden das meistgenutzte Medium, am frühen Abend ab circa 17 Uhr übernimmt kurz das Internet bis ab circa 18 Uhr das Fernsehen das meistgenutzte und reichweitenstärkste Medium ist (4).

Im Jahr 2020 sahen 92,0 Prozent (Vorjahr: 91,5 %) der Gesamtbevölkerung ab 3 Jahren regelmäßig fern (1), 93,6 Prozent (Vorjahr: 93,8 %) der Erwachsenen ab 14 Jahren hörten regelmäßig Radio (3), und 82,5 Prozent (Vorjahr: 82,7 %) der Personen ab 16 Jahren nutzen regelmäßig das Internet (5). Die jeweiligen Tagesreichweiten betrugen im Fernsehen 69,3 Prozent (2019: 67,2 %), im Radio 75,5 Prozent (2019: 76,5 %) und im Internet 57,0 Prozent (2019: 47,0 %).

 

(1) Arbeitsgemeinschaft Videoforschung (AGF) in Zusammenarbeit mit GfK;

(2)SevenOne Media / forsa – Media Activity Guide 2020;

(3) Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (agma) - ma 2020 Audio II;

(4) VuMA Touchpoints 2021;

(5) Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (agof), daily digital facts, Januar-Dezember 2020, Unique User in Prozent, Bevölkerung ab 16 Jahren

Download der VAUNET-Mediennutzungsanalyse 2020:

Publikation und Grafiken zur „Mediennutzung in Deutschland 2020“

 

Zur Methode:

Die VAUNET-Mediennutzungsanalyse beruht auf einer kontinuierlichen Auswertung von Sekundärquellen, darunter Daten der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (ag.ma), der Verbrauchs- und Medienanalyse (VuMA), der Arbeitsgemeinschaft Videoforschung (AGF), der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (agof) und des Media Activity Guides (MAG) von SevenOne Media und forsa. Die medienübergreifenden Angaben zur täglichen Mediennutzungsdauer stammen aus unterschiedlichen Quellen, sodass aufgrund methodischer Unterschiede insbesondere die Summierung lediglich als Näherungswert zu betrachten ist. Die Angaben zur täglichen Mediennutzung im Gattungsvergleich ergeben sich aus Werten der ag.ma zur Radionutzung (Hörer ab 14 Jahren), der AGF Videoforschung für die TV-Nutzung (Zuschauer ab 14 Jahren) und des MAG von SevenOne Media und forsa zur Nutzung der übrigen Medien (Nutzer 14-69 Jahre). Die Angaben zur Gesamtreichweite von Fernsehen und Radio basieren auf dem Weitesten Seher- bzw. Hörerkreis und sind auf einen Zeitraum von zwei bzw. vier Wochen bezogen.

Aufgrund der unterschiedlichen Erhebungszeiträume der Studien können keine direkten Rückschlüsse auf eine veränderte Mediennutzung aller Mediengattungen während der Corona-Pandemie im Jahr 2020 gezogen werden. Während die TV-Nutzungsdaten der AGF Videoforschung das komplette Jahr 2020 beinhalten, umfassen die Radio-Nutzungsdaten der agma mit einem Erhebungszeitraum von Dezember 2019 bis Mitte März 2020 (ma 2020 Audio II) noch keinen Corona-Effekt. Auch die Ergebnisse des Media Activity Guide 2020 (Feldzeit vom 2. bis 29 März 2020) enthalten lediglich einen anteiligen Corona-Effekt, lassen jedoch keinen Rückschluss auf die Entwicklung im Gesamtjahr zu und sind daher lediglich als Näherungswert zu betrachten.

Weitere VAUNET-Publikationen:

VAUNET begleitet Marktentwicklungen der Audio- und audiovisuellen Medien in Deutschland mit regelmäßigen Erhebungen und Veröffentlichungen. Im Jahr 2021 wird der Verband mit der Werbestatistik 2020 wieder seine Frühjahrsprognose zum Werbemarkt (Mai 2021) vorlegen, im Sommer die Entwicklung des Pay-TV-Marktes mit der Pay-TV-Statistik (Juli 2021) aufzeigen und im Herbst seine Umsatzprognose für Audio- und audiovisuelle Medien (Oktober 2021) veröffentlichen.

Ansprechpartner

Frank Giersberg

Geschäftsführer / Kaufmännischer Leiter

Johannes Leibiger

Senior Referent Medienwirtschaft