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ProQuote-Medien-Studie zur Gleichstellung im Rundfunk verzeichnet Fortschritte

23.11.2018

Der Anteil von Frauen in programmverantwortlicher Position im deutschen Rundfunk liegt über dem gesamtwirtschaftlichen Bundesdurchschnitt. Einer aktuelle Studie der Initiative ProQuote Medien e. V. zufolge liegt der gewichtete Frauenanteil in journalistisch-programmlichen Bereichen beim öffentlich-rechlichen Rundfunk bei 37,7 Prozent. Die Studie vergleicht diesen Wert mit Angaben des Statistischen Bundesamtes, wonach der Frauenanteil unter Führungskräften in Deutschland 29,2 Prozent beträgt.

Die Initiative hatte mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erstmals detailliert die Führungsebenen der Rundfunkanstalten sowie von ProSiebenSat.1 und der Mediengruppe RTL Deutschland untersucht. Danach verfügen zwei öffentlich-rechtliche Programmveranstalter (Deutsche Welle und RBB) bereits über eine Frauenanteil, der über 50 Prozent liegt. Bei weiteren sieben Rundfunkanstalten belaufen sich die Werte zwischen 50 und 32,5 Prozent. Nur zwei öffentlich-rechtliche Sender liegen zwischen 24 und 30 Prozent. Bei den privaten Sendergruppen beträgt der Anteil zwischen 30 und 40 Prozent. Jedoch können dieses Daten aus Sicht von ProQuote Medien nur bedingt mit den Erhebungen zu den Rundfunkanstalten verglichen werden, da die privaten Rundfunkveranstalter anders strukturiert sind und sie Führungsebenen abweichend definieren. Bei der Gesamtbelegschaft liegt die Mediengruppe RTL Deutschland bei einem Frauenanteil von 60 Prozent. Bei ProSiebenSat.1 beträgt dieser Wert 48,3 Prozent.

Bei der Präsentation der Studienergebnisse in Berlin zeigte sich die Initiative von den Studienresultaten positiv überrascht. Vorstandsmitglied Sabine Stamer resümierte, dass die meisten der untersuchten Rundfunkfunkveranstalter die ursprüngliche 30-Prozent-Forderung von ProQuote Medien bereits erfüllen. Ein Teil der Rundfunkanstalten liegt mit ihren Werten bereits über dem aktuellen ProQuote-Medien-Ziel von 50 Prozent. Im Jahr 2012 hatte der Verein gefordert, dass bis 2017 30 Prozent der Führungspositionen in deutschen Medien mit Frauen zu besetzen sind. Ende 2017 erneuerte ProQuote Medien seine Forderung. Statt 30 sollen 50 Prozent der Führungspositionen von Frauen besetzt werden.

Die Initiative kündigte an, die bislang in kleinerem Umfang durchgeführten Untersuchungen zu Print- und Online-Redaktionen demnächst mit Unterstützung des Bundesfamilienministeriums detaillierter wiederholen zu wollen.

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