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Privates Ahrtalradio bleibt „on air“

12.10.2021

Auf Initiative des Unternehmers Christian Milling wurde nach der Hochwasserkatastrophe Ende September das private Ahrtalradio gegründet. Aus einem improvisierten Studio im Flutgebiet sendet das Ahrtalradio auf der Frequenz 107,9 MHz in Orte wie Schuld und Insul, Altenahr und Adenau – und vernetzt Menschen, die Hilfe suchen, mit denen, die Hilfe anbieten.

Die Medienanstalt Rheinland-Pfalz erteilte dem Lokalradio Anfang September eine zeitlich begrenzte Sendelizenz als Veranstaltungsradio. Diese wurde nun von der Behörde bis 2. Januar 2022 verlängert. „Das Ahrtalradio wird weiterhin gebraucht“, erklärte Albrecht Bähr, Vorsitzender der Versammlung der Medienanstalt. Den Verantwortlichen sei es „mit Engagement, Mut und viel Herz“ innerhalb kürzester Zeit gelungen, einen Sender aufzubauen, der für die betroffenen Bewohner:innen der Katastrophenregion vielerlei Unterstützung biete.

„Über ein Wunder auf UKW“

Unternehmer Christian Milling ist studierter Fachinformatiker für Hörfunk und baut hauptberuflich Studios. In einer Kapelle im Wald auf einem kleinen Berg in der Nähe von Bad Neuenahr-Ahrweiler baute Milling ein improvisiertes Radiostudio – mit einem UKW-Sender, einer alten Schreibtischplatte als Mischpult, einer Richtfunkstrecke, Studiolichtern und Mikrofonen aus den 1960ern. "Es sieht etwas wild aus", sagt er, "aber es ist professionell". Mit der Frequenz 107,9 MHz von der Bundesnetzagentur startete er das Ahrtalradio, um den Menschen im Flutgebiet zu helfen. "Über ein Wunder auf UKW", wie Medienberichte titelten.

Jetzt moderiert er jeden Morgen die Frühsendung und ist am Nachmittag in der Region unterwegs. Das Programm wird überwiegend von ehrenamtlichen Helfer:innen gestaltet, die Menschen interviewen, Beiträge zusammenstellen und Nachrichten schreiben. Finanziert wird das Privatradio mit Eigenmitteln des Gründers und Spenden. Das Ahrtalradio sendet zwar Werbung, aber verdient daran nichts. Von der Flut betroffene Unternehmen können kostenlos Werbespots buchen. Nicht betroffene Unternehmen zahlen drei Euro pro Spot – als Spende für die Fluthilfe. Neben Nachrichten aus der Region gibt es auch Ratgeber-Sendungen und Studio-Gottesdienste.

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Ansprechpartner

Tim Steinhauer

Senior Referent Medienverantwortung und Programm

René Böhnke

Senior Referent Medientechnologie & IT