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Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit: VAUNET beim Forum Betriebsökologie 2022

04.03.2022

Am 24. und 25. Februar 2022 veranstaltete das Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit in Kultur und Medien (ANKM) ein zweitägiges, digitales Forum zur Betriebsökologie. Vertreter:innen der 35 Partnerorganisationen des Aktionsnetzwerkes, zu denen auch der VAUNET gehört, stellten innovative Projekte im Bereich klimagerechte Kultur- und Medienproduktion vor. Jürgen Hofmann, Mitglied des VAUNET-Fachbereichsvorstandes Fernsehen & Multimedia und Director Policy, Public & EU Affairs bei Sky Deutschland, gab einen Einblick in die Initiativen der privaten Audio- und audiovisuellen Medien im Bereich Nachhaltigkeit und klimagerechte Medienproduktion.

Im Fokus der Veranstaltung stand die Vermittlung von Handlungswissen über die nachhaltige Transformation in Kultur und Medien. Zentrale Fragen waren u. a.: Auf welche Chancen, Herausforderungen oder Elefanten im Raum sind die Partner:innen des ANKM gestoßen? Was hat geholfen und was hat echte Transformation behindert? Und wie bauen wir in Zukunft zusammen eine klimaverträgliche Kultur für alle?

Zu den Sprecher:innen zählten zahlreiche Vertreter:innen von Partnerorganisationen und Expert:innen aus Wirtschaft und Gesellschaft, darunter u. a. Erhard Grundl, kulturpolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, Anett Jung, Nachhaltigkeitsbeauftragte des MDR sowie Birgit Heidsiek, FFA-Beraterin Grünes Kino. Der inhaltliche Bogen spannte sich dabei von Nachhaltigkeitsstrategien in Kinos, Bibliotheken und Museen über eine naturnahe Gestaltung von Veranstaltungs- und Produktionsgeländen bis hin zu Green Culture und Best-Practice-Beispielen.

Nachhaltigkeit vor und hinter der Kamera

Jürgen Hofmann beschreibt in seinem Vortrag, wie die privaten Medien mit ihrer Berichterstattung zur Nachhaltigkeit mit ihren Angeboten tagtäglich ein Millionenpublikum in allen Teilen des Landes und in allen Altersschichten erreichen. Mit ihrer Informations- und Unterhaltungskompetenz seien sie ein maßgeblicher Treiber, das Thema Nachhaltigkeit in der Bevölkerung zu verankern und mehr Bewusstsein für eine nachhaltige Gesellschaft zu schaffen.

Drüber hinaus würden aber auch die Unternehmen und die Produktion von Serien, Filmen und Dokumentationen zunehmend grüner. Zum Beispiel haben sich Sendergruppen wie RTL Deutschland, Sky und ProSiebenSat.1 Media SE sich unabhängig voneinander das Ziel gesetzt, die betrieblichen CO2-Emissionen bis 2030 auf null zu reduzieren und damit klimaneutral zu werden.

RTL Deutschland, Sky Deutschland und die ProSiebenSat.1 Media SE gehören zudem dem 2017 gegründeten Arbeitskreis Green Shooting an. Die Mitglieder des Arbeitskreises haben einen Leitfaden erarbeitet, wie sich Treibhausgase bei der energieintensiven Filmproduktion reduzieren lassen. Auf der Berlinale 2020 haben die Mitglieder des Arbeitskreises eine gemeinsame Erklärung zur Nachhaltigkeit in der Film- und Serienproduktion unterzeichnet und zudem die Initiative „100 Grüne Produktionen“ gestartet. Im Rahmen dieser Initiative wurden 2020 und 2021 einhundert ökologisch nachhaltige Produktionen nach einheitlichen Regeln hergestellt und wissenschaftlich begleitet.

Während der Berlinale 2022 haben die Partner des Arbeitskreises Green Shooting mit den Filmförderinstitutionen von Bund und Ländern vereinbart, gemeinsame, bundesweit einheitliche ökologische Standards für die Film- und Fernsehproduktion zu erarbeiten. Diese sollen ab 1. Januar 2023 zur Anwendung kommen und es den Unternehmen voraussichtlich erleichtern, noch unbürokratischer nachhaltig zu produzieren.

„Private Medien tragen auf vielfältige Art und Weise – sowohl vor als auch hinter der Kamera – dazu bei, das Thema Nachhaltigkeit in der Gesellschaft zu verankern. Statt Regulierung braucht es Anreize für die Branche, um weitere praxisnahe Initiativen & Innovationen zur Förderung von Nachhaltigkeit auf den Weg zu bringen“, so VAUNET-Fachbereichsvorstand Jürgen Hofmann.

Zum Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit in Kultur und Medien: Das Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit versteht sich als eine spartenübergreifende Anlaufstelle für das Thema Betriebsökologie. Es wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert und hat es sich zum Ziel gesetzt, Pionier:innen und interessierte Akteur:innen zu vernetzen, Erfahrungen zu bündeln und Kooperationen und Pilotprojekte im Bereich Nachhaltigkeit zu begleiten.

Ansprechpartner

Tim Steinhauer

Senior Referent Medienverantwortung und Programm