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Prävention bleibt zentraler Handlungsansatz der Bundesdrogenbeauftragten

27.11.2019

Auf ihrer diesjährigen Jahreskonferenz bekräftigte die neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, den Präventionskurs ihrer Amtsvorgängerin Marlene Mortler fortsetzen zu wollen. Insbesondere im Bereich der Alkoholabhängigkeit hob sie die in den letzten Jahren durch Prävention erzielten Erfolge hervor. Der missbräuchliche Alkoholkonsum durch Kinder und Jugendliche­­­ sei in den vergangenen Jahren rückläufig gewesen. Kritisch betrachtet sie die Bewerbung von alkoholischen Getränken im Umfeld von Sportevents, hob aber zugleich beispielhaft die Präventionsarbeit des Deutschen Fußballbundes hervor.

Hinsichtlich der Bekämpfung von Tabakabhängigkeiten sprach sich die Drogenbeauftragte für weitere Werbebeschränkungen, z. B. im Außenwerbebereich aus. Aus ihrer Sicht sollten die bestehenden Beschränkungen für Naturtabakprodukte auch für elektrische Nikotinersatzprodukte gelten.

Weitere Tätigkeitsfelder werden der Umgang mit Cannabisprodukten und Verhaltenssüchten wie Online Gaming (Gaming Disorder) und Online-Glückspiel sein. Daniela Ludwig will den Zeitraum, bis die WHO-Klassifizierung zur pathologischen Computerspielnutzung 2022 in Kraft tritt, zum Austausch mit der Branche nutzen. Sie sprach sich zudem dafür aus, die Präventionsarbeit und Suchthilfe zu modernisieren und verstärkt digitale Hilfsmittel einzusetzen.

Im Vorfeld der Jahrestagung war der diesjährige Drogen- und Suchtbericht erschienen, welcher vor allem einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand und Präventionsmaßnahmen staatlicher und privatwirtschaftlicher Institutionen gibt. Der Bericht erhält zudem eine juristische Betrachtung von Prof. Dr. Stefan Korte (Technische Universität Chemnitz) zur Frage, ob Lootboxen dem Glückspiel zuzuordnen sind.

 

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Ansprechpartner

Tim Steinhauer

Referent Medienverantwortung und Programm

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