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Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung: Präventionsstrategie gegen Alkoholmissbrauch wirkt

22.08.2017

Im Kampf gegen missbräuchlichen Alkoholkonsum setzt die Bundesregierung auf langfristige und nachhaltig konzipierte Präventionsangebote und gezielte Informationen. Diese Strategie beschreibt der aktuelle Drogen- und Suchtbericht, den die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, am 18. August 2017 öffentlich vorstellte. Sie verwies darauf, dass bei der Reduzierung des Alkoholmissbrauchs in den letzten Jahren einige Erfolge erzielt worden sind. Erfreulicherweise trinken immer weniger Jugendliche und junge Erwachsene regelmäßig alkoholische Getränke. Bei der Präsentation des Berichtes sprach sich Marlene Mortler für eine Debatte darüber aus, ob Werbung für alkoholische Getränke im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nötig sei.

Bezüglich des Tabakkonsums durch Jugendliche und junge Erwachsene konstatierte die Bundesdrogenbeauftragte ebenfalls einen aus ihrer Sicht erfreulichen Abwärtstrend. Immer weniger Jugendliche und junge Erwachsene rauchen regelmäßig Tabak. Ein Arbeitsschwerpunkt der vergangenen Monate war, auf die Gefahren des Passivrauchens, insbesondere für Kinder, hinzuweisen. Zahlreiche Radioprogramme aus dem Kreis des VPRT haben die Kampagne „Rauchfrei unterwegs – Du und Dein Kind“ unterstützt.

Im Drogen- und Suchtbericht wird zudem festgehalten, dass sich seit 2015 die Zahl der Beschwerden häufen, die die Darstellung des Konsums von legalen und illegalen Drogen oft weit über die sogenannten „milieutypischen Darstellungen“ hinaus sowohl im privaten als auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen bemängeln. Die Drogenbeauftragte verweist diesbezüglich darauf, sich im Herbst 2016 mit führenden Vertretern der deutschen Film- und Fernsehlandschaft zum Dialog getroffen und dabei nachdrücklich mehr Zurückhaltung und Sensibilität beim Drogenkonsum in Film und Fernsehen eingefordert zu haben.

Beim pathologischen Glücksspiel ist ebenfalls ein Rückgang festzustellen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellte fest, dass 2015 der Anteil problematischer Glücksspieler unter das Niveau der BZgA-Studie aus dem Jahr 2011 zurückgefallen ist.

Eine leichten Zuwachs stellen die Bundesdrogenbeauftragte und die BZgA bei der Computerspiel- und Internetabhängigkeit fest. Bei 12- bis 17-jährigen männlichen Jugendlichen ist der Anteil der computerspiel- und internetbezogenen Störungen von 3 Prozent (2011) auf 5,3 Prozent gestiegen. Bei weiblichen Jugendlichen von 3,3 Prozent auf 6,2 Prozent, bei jungen Erwachsenen (18-25 Jahre) wuchs der Anteil von 2,0 Prozent auf 2,5 (Männer) bzw. 2,6 (Frauen) Prozent an.

Ansprechpartner

Tim Steinhauer

Referent Medienverantwortung und Programm