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Bundesdrogenbeauftragte will Onlinesucht stärker bekämpfen

10.11.2016
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, hat ihre politischen Ziele zur Bekämpfung von Internetabhängigkeit vorgestellt. Auf ihrer diesjährigen Jahrestagung präsentierte sie verschiedene Handlungsfelder und Vorschläge, zu denen zuvorderst die Entwicklung einer einheitlichen Forschungsstrategie zählt, um in den Bereichen Prävention, Frühintervention, Suchtverlauf, Therapie sowie bei den Entstehungsbedingungen von Internetsucht Wissenslücken zu schließen. Die Erforschung der Folgen der Digitalisierung insgesamt will Mortler zu einer zentralen forschungspolitischen Aufgabe der nächsten Legislaturperiode machen. 
 
Des Weiteren fordert die Drogenbeauftragte, über Änderungen im Jugendmedienschutz nachzudenken. Aus ihrer Sicht müssten bei Onlinespielen die Alterskennzeichnungen des Jugendschutzrechts (Stufen 0, 6, 12 und 16 Jahre) überdacht werden, insbesondere die Alterseinstufung ab 0 Jahren. Sie hält den Abstand der bestehenden Altersstufen als viel zu grob gefasst. Zudem dürfe es bei der Altersbewertung nicht nur um inhaltliche Aspekte, wie Gewalt und Pornographie, gehen. Es muss ebenfalls mit einfließen, ob Spiele so gestaltet sind, dass sie ein Suchtpotenzial aufweisen oder nicht. 
 
Bei Onlinespielen sollte eine verbesserte Möglichkeiten zur nutzerseitigen Selbstbeschränkung und eine suchtmindernde Gestaltung angestrebt werden. Als probate Mittel sieht die Drogenbeauftragte unter anderem das Anbieten von Informationen über die erforderliche Spielzeit und den Geldeinsatz, den Verzicht auf 1-Klick-Käufe und In-Game-Währungen sowie die Abkehr von negativen Konsequenzen für den Spieler bei längerer Abwesenheit an. Sie äußerte sich zudem kritisch zur fehlenden Selbstregulierung von Online-Spieleanbietern aus dem Ausland. Im Rahmen eines Runden Tisches will Mortler gemeinsam mit der Spielewirtschaft Maßnahmen entwickeln.