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Illegale IPTV-Anbieter in der EU nehmen fast 1 Milliarde Euro ein, dagegen geht der Zugriff auf raubkopierte Inhalte zurück

02.12.2019

Laut einer Studie, die Ende November 2019 vom Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) veröffentlicht wurde, streamen bis zu 13,7 Millionen EU-Bürger illegales IPTV (Internet Protocol Television), wodurch Anbieter dieser Möglichkeiten bis zu 941,7 Millionen Euro pro Jahr einnehmen können. Das kann über einmalige Zahlungen, den Erwerb illegaler Set-Top-Boxen oder über langfristige Abonnements erfolgen, die von nicht autorisierten Einzelhändlern angeboten werden. Der durchschnittliche Einzelnutzer in der Europäischen Union gibt dem Bericht zufolge 5,74 Euro pro Monat für illegales IPTV aus.

Einem weiteren Bericht vom EUIPO zufolge geht dagegen der Konsum raubkopierter Film-, Fernseh- und Musikinhalte im Internet in der EU zurück. Die aktuelle Untersuchung zeigt, dass der Zugriff auf raubkopierte Inhalte zwischen 2017 und 2018 insgesamt durchschnittlich um 15,1 Prozent abnahm. Der rasanteste Rückgang war beim Konsum raubkopierter Musik zu beobachten, der sich zwischen 2017 und 2018 in der gesamten EU um durchschnittlich 32 Prozent verringerte, gefolgt vom Konsum raubkopierter Filme (Rückgang um 19,2 Prozent) und dem Konsum raubkopierter Fernsehinhalte (Rückgang um 7,7 Prozent). Allerdings griff der durchschnittliche Internetnutzer in der EU in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 pro Monat 9,7 Mal auf raubkopierte Inhalte im Internet zu, und zwar sowohl auf stationären als auch auf mobilen Geräten.

In Deutschland ging der Zugriff auf raubkopierte Inhalte zwischen 2017 und 2018 insgesamt um 25,7 Prozent zurück, wobei der durchschnittliche deutsche Internetnutzer in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 pro Monat 6,8 Mal raubkopierte Inhalte im Internet nutzte. Das Abspielen raubkopierter Musikinhalte in Deutschland nahm zwischen 2017 und 2018 um 46,1 Prozent und auf raubkopierte Filminhalte um 28,9 Prozent ab, während der Zugriff auf raubkopierte Fernsehinhalte um 19,4 Prozent zurückging. Der Bericht stützt sich auf einen Datensatz von mehr als 70 Milliarden Internetverbindungen über einen Zeitraum von 21 Monaten zwischen Januar 2017 und September 2018.

Der Exekutivdirektor des EUIPO, Christian Archambeau, erklärte dazu: „Urheberrechtsintensive Wirtschaftszweige, einschließlich Film, Fernsehen und Musik, tragen zu mehr als 11 Millionen Arbeitsplätzen in der EU bei. Digitale Produktpiraterie und der damit einhergehende Verlust von Einnahmen stellen eine direkte Bedrohung für diese Branchen dar. Trotz des Rückgangs beim Konsum raubkopierter Inhalte, den wir in unserer Studie festgestellt haben, ist immer noch viel zu tun, um dieses Problem zu bewältigen. Wir hoffen, dass die Erkenntnisse der Studie Entscheidungsträgern bei der Entwicklung von politischen Maßnahmen und Lösungen helfen.“