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Initiative kulturelle Integration: Jahrestagung im Zeichen der Medienverantwortung

04.09.2019

Die Medien üben in der Integrationsdebatte eine wichtige Rolle aus, hob die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Prof. Monika Grütters, in ihrer Rede zum Auftakt der zweiten Jahreskonferenz der Initiative kulturelle Integration hervor. Sie betonte zudem, dass dem kritischen Journalismus eine Wächterrolle für die Demokratie zufällt. „In einer digitalen Gesellschaft, in der in Sozialen Medien gehetzt, gepöbelt und Hass gesät wird, sind Glaubwürdigkeit und Vertrauen in traditionelle Medien unverzichtbar. Gerade wo Algorithmen Filterblasen technisch verstärken, ist der Zugang zu einem medialen Themen- und Meinungsspektrum das beste Bollwerk gegen Populismus“, erklärte Monika Grütters.

Das diesjährige Jahrestreffen der Initiative stand ganz im Zeichen der Medienverantwortung. Die Initiativmitglieder hatten bereits 2017 in ihrem 15-Thesenpapier „Zusammenhalt in Vielfalt“ auf die Bedeutung der Medien für eine demokratische Debatten- und Streitkultur, welche die Meinungsbildung in einer pluralistischen Gesellschaft stärkt, verwiesen.

Auf der Jahrestagung, an der am 3. September 2019 mehr als 150 Personen aus Kultur und Medien teilnahmen, wurde über die Verantwortung der Medien für gesellschaftliche Diskurse und wie sich diese im Zuge der digitalen Transformation verändert debattiert. Die Präsidentin des Deutschen Kulturrates, Prof. Dr. Susanne Keuchel, plädierte dafür, sich sperrigen Themen nicht zu verweigern und Wege zu finden, dass sie von möglichst allen Bürgern verstanden werden können. Der Vice President Information von ProSiebenSat.1, Hans-Peter Hagemes, verwies darauf, dass die Digitalisierung des Journalismus verändert, aber nicht die Verantwortung. „Der Druck auf Journalisten, immer schneller zu sein, ist größer geworden. Die Verantwortung, gründlich zu arbeiten, bleibt aber gleich“, unterstrich Hagemes.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates Olaf Zimmermann und Sprecher der Initiative betonte vor allem die Notwendigkeit eines von Sorgfältigkeit und Ausgewogenheit gekennzeichneten Recherche-Journalismus, der die Bürger derart informiert, dass sie sich an demokratischen Prozessen beteiligen können.

Die Initiative kulturelle Integration wurde auf Anstoß des Deutschen Kulturrates im Dezember 2016 gegründet. Sie wird von 27 Institutionen aus Zivilgesellschaft, Bundesregierung, Religion, Medien, Sozialpartnern sowie Ländern und Kommunen getragen und will Antworten auf die Frage finden, welchen Beitrag Kultur zur Integration und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten kann. Die Initiative hat 15 Thesen zu gesellschaftlichem Zusammenhalt und kultureller Integration verfasst, die am 16. Mai 2017 der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. VAUNET ist einer der Träger der Initiative.

Ansprechpartner

Tim Steinhauer

Referent Medienverantwortung und Programm