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MedienVielfaltsMonitor: Audiovisuelle Medien bestimmen weiterhin die Meinungsbildung in Deutschland

01.11.2018

Audiovisuelle Medien bestimmen weiterhin die Meinungsbildung in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt der MeinungsVielfaltsMonitor des ersten Halbjahrs 2018, welcher anlässlich der Medientage München 2018 von der Gemeinschaft aller Landesmedienanstalten in Deutschland (DLM) präsentiert wurde. Das Fernsehen hat im ersten Halbjahr 2018 demnach mit einem Anteil von 33,4 Prozent (Vorjahreszeitraum: 33,0 %) nach wie vor den größten Beitrag zur Meinungsbildung. Auf den Rängen zwei und drei folgen das Internet mit einem Meinungsbildungsgewicht von 26,7 Prozent (2017: 25,7 %) und das Radio mit einem Anteil von 19,0 Prozent (2017: 18,5 %). Tageszeitungen und Zeitschriften erreichen ein Meinungsbildungsgewicht von 18,7 (2017: 19,9 %) bzw. 2,2 Prozent (2017: 2,9 %).

Innerhalb der verschiedenen Altersgruppen unterscheidet sich das Gewicht der einzelnen Mediengattungen allerdings erheblich. Während das Internet bei den 14- bis 29-Jährigen allein 53,6 Prozent der Meinungsbildung ausmacht, kommt es bei den über 50-Jährigen lediglich auf knapp 11 Prozent. Bei den Älteren ist hingegen das Fernsehen mit fast 44 Prozent besonders stark. Das Radio kommt mit Werten zwischen 15,9 Prozent bei den jungen Nutzern und 22,7 Prozent bei den 30- bis 49-Jährigen auf annähernd stabile Werte.

Gattungsübergreifend hatte der Studie zufolge die ARD mit 21,8 Prozent im ersten Halbjahr 2018 den mit Abstand größten Anteil am Meinungsbildungsmarkt in Deutschland, gefolgt von Bertelsmann (11,3 %), dem ZDF (8,1 %), Springer (7,7 %) und ProSiebenSat.1 (6,4 %). Im Vergleich zu den Ergebnissen der Vorjahre sind hier nur leichte Verschiebungen erkennbar.

Als Basis für die Ermittlung des Meinungsbildungsgewichts wird für den MedienVielfaltsMonitor jeweils die informierende Nutzung eines Mediums betrachtet. Auf dieser Grundlage ist das ermittelte Meinungsbildungsgewicht des Fernsehens zuletzt relativ konstant geblieben, ebenso wie beim Radio. Beim Internet sind in den letzten drei Jahren Zuwächse erkennbar, während Printprodukte in der Bedeutung für die Meinungsbildung zurückgehen.

Zur Bestimmung der Meinungsbildungsgewichte einzelner Angebote betrachtet der MedienVielfaltsMonitor in einem weiteren Schritt die Nutzungsanteile innerhalb der Mediengattungen. Die größten Anteile beim Fernsehen konnten im ersten Halbjahr 2018 das ZDF mit 14,3 Prozent verbuchen, gefolgt von ARD Das Erste mit 12,1 Prozent. RTL als meistgenutztes privates Fernsehprogramm folgt auf Rang drei mit 8,5 Prozent, Sat.1 folgt mit 6,1 Prozent und VOX mit 4,8 Prozent.

Beim Radio erreichten der Senderverbund radio NRW mit 6,4 Prozent, sowie Bayern 1 und die Programme von NDR 1 (jeweils 4,8 %) die höchsten Nutzeranteile.

Der MedienVielfaltsMonitor analysiert seit 2012 das Gewicht der Medien für die Meinungsbildung in Deutschland und gibt Aufschluss über die quantitative Meinungsmacht der Medien und Unternehmen im konvergenten Medienmarkt. Die Studie wurde von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) entwickelt, ist seit 2015 ein Projekt der DLM und Teil des Vielfaltsberichts der Landesmedienanstalten.

Ansprechpartner

Johannes Leibiger

Referent Medienwirtschaft

Frank Giersberg

Mitglied der Geschäftsleitung / Markt- und Geschäftsentwicklung, Kaufmännischer Leiter