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EU-Parlament kritisiert Nichtberücksichtigung der Kreativwirtschaft

18.12.2018

Aktuell laufen die Verhandlungen über die Ausgestaltung des Förderprogramms Horizon Europe der Europäische Union. Die Ausgaben Brüssels für Forschung und Entwicklung in Höhe von 100 Milliarden werden dort für die Jahre 2020 - 2027 festgelegt. Stand heute findet die Kultur- und Kreativwirtschaft jedoch zu wenig Berücksichtigung. Das Europäische Parlament forderte deshalb in seiner Sitzung am 12. Dezember 2018 einen Bereich „Inklusion und kreative Gesellschaft“ in das Programm aufzunehmen. Damit sollen Forschung und Innovation der Kreativwirtschaft sowie der Fortbestand des europäischen Kulturerbes generell unterstützt werden.

Kultur- und Kreativwirtschaft sind Innovationstreiber

Eine Gruppe von europäischen Interessenvertretungen schließt sich dem Vorschlag des EU-Parlaments an. In einem gemeinsamen Schreiben weisen sie auf die große wirtschaftliche Bedeutung des Sektors hin, die sich in den bisherigen Ausgaben für Forschung und Entwicklung nicht annähernd widerspiegelt. Kultur- und Kreativwirtschaft machen heute 4,4 Prozent des europäischen Bruttoinlandsprodukts aus und schaffen 12 Millionen Arbeitsplätze. Zudem weisen sie ein hohes Wirtschaftswachstum und Wachstumspotenzial auf. Der VAUNET hat 2017 in einer Erhebung für den deutschen Markt aufgezeigt, wie weitreichend die wirtschaftliche Bedeutung der audiovisuellen Branche auch für angrenzende Industrien ist – gerade im technologischen Bereich und als Innovationstreiber. Die Dachorganisation AER (Association of European Radios) sowie der VAUNET gehören zu den Unterzeichnern des Schreibens. Gemeinsam werden sie sich für die Förderung von Innovation und Forschung bei audiovisuellen Medien stark machen und die Verhandlungen zu Horizon Europe entsprechend begleiten.

Förderung stärker verzahnen

Den Initiatoren des Schreibens geht es nicht nur um die Höhe der Fördergelder, sondern vielmehr um die Integration der Kultur- und Kreativwirtschaft in das Rahmenprogramm. Zudem fordern sie eine stärkere Verzahnung von Kulturförderung und Innovationspolitik. Sie unterstützen die Bestrebungen, dass Horizon Europe Technologien fördern soll, die den barrierefreien Zugang und die Teilhabe aller an Kultur- und Medienangeboten ermöglichen.

 

Ansprechpartner

Julia Maier-Hauff

Ressortleiterin Europarecht / Syndikusrechtsanwältin