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KEK: Gutachten zu Nutzererfassung bei VoD in Auftrag gegeben

20.06.2020

Neben den internationalen VoD-Anbietern wie Netflix und Amazon haben sich auch die Streamingdienste deutscher Medienunternehmen wie Joyn (ProSiebenSat.1/Discovery) und TVNOW (RTL) am deutschen Markt etabliert. Der Bereich des Live-Streamings hat vor allem durch die Übertragung wichtiger Sportereignisse über die Jahre an Bedeutung gewonnen.

Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) sieht vor dem Hintergrund des Engagements der Medienunternehmen und den steigenden Abonnentenzahlen in den VoD-Diensten eine nicht mehr vernachlässigbare und perspektivisch weiter steigende Bedeutung für die Meinungsbildung.

Die KEK steht nach eigenem Bekunden vor dem Problem, VoD-Anbieter in ihren Bewertungen aktuell nicht berücksichtigen zu können, da ihr nicht genügend Informationen zu Nutzungs- und Reichweitenzahlen vorliegen. Sie kommt zu dem Schluss, dass sich die Marktanteile der in diesem Bereich aktiven Unternehmen nicht abbilden lassen. Und: „Eine einheitliche Nutzungserfassung von Live-Streaming und VoD-Angeboten ist aber sowohl für das bestehende Medienkonzentrationsrecht als auch im Hinblick auf ein mögliches zukünftiges Gesamtmarktmodell erforderlich.“

Vor diesem Hintergrund hat die KEK beschlossen, die Ansätze für eine Nutzungserfassung von Streaming-Angeboten gutachterlich untersuchen zu lassen:

- In einem ersten Schritt soll eine umfassende Evaluation der unterschiedlichen Ansätze und Methoden zur Nutzungserfassung der verschiedenen Streaming-Angebote sowie der bereits vorhandenen nutzungsbezogenen Daten durchgeführt werden.

- In einem zweiten Schritt ist zu untersuchen, ob und wie verschiedene Arten von Nutzungsdaten in Beziehung gesetzt oder vergleichbar gemacht werden können.
Hierzu wurde nun ein Gutachten ausgeschrieben. Der vollständige Ausschreibungstext ist hier abrufbar.

Ansprechpartner

Frank Giersberg

Geschäftsführer / Kaufmännischer Leiter