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Bundeskartellamt will Vodafone-Unitymedia-Fusion „mehrdimensional“ betrachten

08.08.2018

Bei der geplanten Übernahme des Unitymedia-Fernsehkabels durch Vodafone sollten keine voreiligen Schlüsse gezogen werden. Der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, hat in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung davor gewarnt, die Kabelfusion nur auf das Thema Wettbewerb im Breitbandmarkt zu begrenzen. Er sagte, dass genau betrachtet werden muss, was die Übernahme für die Fernsehveranstalter bedeutet, die ihre Programme ins Kabelnetz einspeisen. Auch der Gestattungsmarkt, also die Kabelversorgung von Mietshäusern, wirft Fragen auf. Nicht zuletzt, weil das Nebenkostenprivileg das Fernsehkabel gegenüber Telekommunikationsleitungen immer noch begünstigt.

Andres Mundt könnte sich vorstellen, dass die Übernahmeprüfung auf nationaler und nicht vorrangig auf europäischer Ebene durchgeführt wird. Derzeit prüft das Bundeskartellamt mit dem Bundeswirtschaftsministerium einen Antrag, um das Kartellverfahren von der EU-Kommission an das Bundeskartellamt zu überführen. Mundt verwies dabei darauf, dass sein Amt auch bereits die Übernahme von Kabel Baden-Württemberg durch Unitymedia geprüft hatte.

Ansprechpartner

Daniela Beaujean

Geschäftsführerin / Justiziarin