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Jugendschutzprogramme: KJM veröffentlicht neue Anerkennungskriterien und neues Gütesiegel

13.10.2016

Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) von Bund und Ländern hat auf Basis des seit 1. Oktober 2016 geltenden novellierten Jugendmedienschutz-Staatsvertrages (JMStV) neue Kriterien zur Anerkennung von Jugendschutzprogrammen veröffentlicht. Sie hat bei der Erstellung des Kriterienkataloges Anregungen der anerkannten Selbstkontrolleinrichtungen (Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Dienste [FSM], Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen [FSF], Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle [USK], Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft [FSK]) aufgenommen.

Nach der alten JMStV-Fassung war die KJM für die staatliche Anerkennung von Jugendschutzprogrammen zuständig. Seit Oktober 2016 vollziehen die Selbstkontrolleinrichtungen den Anerkennungsprozess in Eigenregie auf Basis der KJM-Kriterien. Der § 11 Abs. 3 JMStV regelt, dass die KJM im Benehmen mit den anerkannten Einrichtungen der freiwilligen Selbstkontrolle Kriterien für die Anerkennung von Jugendschutzprogrammen festlegen kann.

Neben den Kriterien für klassische Jugendschutzprogramme, welche für den Zugang zu frei zugänglichen Webseiten konzipiert sind, sind auch Maßstäbe für Jugendschutzlösungen sogenannter „geschlossener Systeme“ im Kriterienkatalog enthalten. Gemäß dem novellierten Staatsvertrag zählen diese nun auch in das Spektrum der anerkennungsfähigen Programme. Unter „geschlossenen Systemen“ versteht man Plattformen, die den Zugang zu Telemedien ermöglichen, also beispielsweise Spielekonsolen, VoD-Angebote oder Pay-TV-Plattformen. Diese verfügen oftmals über eigens dafür konfigurierte Jugendschutzlösungen.

Um die Aufmerksamkeit für anerkannte Jugendschutzprogramme weiter zu erhöhen, wurde ein Gütesiegel entworfen, welches künftig von den vier Selbstkontrolleinrichtungen vergeben wird.

Die FSF und die FSM betonten in ersten Stellungnahmen die Bedeutung von technischen Jugendschutzlösungen bzw. bekundeten die Bereitschaft, zukünftig Jugendschutzsysteme anerkennen zu wollen. Der VPRT ist Mitbegründer von FSF und FSM.

Ansprechpartner

Tim Steinhauer

Referent Medienverantwortung und Programm