Back to top

Jugendschutzgesetz soll im Dialogprozess novelliert werden

18.04.2018

Die im neues Koalitionsvertrag der Bundesregierung vorgesehene Modernisierung des Jugendschutzgesetz des Bundes soll im Dialog mit den Branchenteilnehmern und gesellschaftlichen Gruppen erfolgen. Dies erklärte die Abteilungsleiterin Kinder und Jugend im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Bettina Bundszus, auf dem Symposium „Hilflose Eltern – hilflose Regulierung? Jugendmedienschutz im Praxischeck“. Die von der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) und der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) durchgeführte Veranstaltung wollte mit Vertretern aus Regulierung und Selbstregulierung erörtern, welche regulatorischen Schlüsse sich aus den Ergebnissen des Jugendmedienschutzindexes der FSM ziehen lassen.

Bettina Bundszus erklärte, ihr gehe es bei der Novellierung des Jugendschutzgesetzes in erster Linie um die Schaffung zukunftsfähiger Jugendschutzregeln, die auch über Staatsgrenzen hinausgehen und für im Inland aktive ausländische Anbieter Wirkung entfalten.

Heike Raab (Staatssekretärin und Bevollmächtigte des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und in Europa, für Medien und Digitales) betonte, dass Jugendmedienschutz nur gelingen kann, wenn Länder und Bund gemeinsam Verantwortung übernehmen. Beide tragen Verantwortung für die Medienbildung, Regulierung und Aufsicht, die Medien-Anbieter für ihr unternehmerisches Handeln und die Eltern und Bildungseinrichtungen in ihrem unmittelbaren Umgang.

Die Vorsitzende der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, Martina Hannak, informierte über den neuen Fachbereich „Weiterentwicklung des Jugendmedienschutzes, Prävention und Öffentlichkeitsarbeit“ der Bundesprüfstelle und stellte klar, dass sie einen übergreifenden Diskurs mit allen Akteuren zu aktuellen Herausforderungen im Jugendmedienschutz führen möchte. Ihre Behörde will dafür einen sogenannten „Gefährdungsatlas“ erarbeiten.

Die Vertreter der Freiwilligen Selbstkontrollen, Claudia Mikat (FSF) und Martin Drechlser (FSM), verwiesen darauf, dass der Jugendmedienschutz mehr Markting und ein positives Image benötig bzw. bei der Neugestaltung von Regulierungsbestimmungen Kinder stärker mit einbezogen werden sollten. Dies sind Mittel, um die Akzeptanz von Jugendschutzmaßnahmen in der Gesellschaft, insbesondere bei den Eltern, zu verbessern.

Ansprechpartner

Tim Steinhauer

Referent Medienverantwortung und Programm