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Deutscher Kulturrat zur Reform des Jugendmedienschutzes

31.08.2020

Der Deutsche Kulturrat sieht es als zwingend notwendig an, dass sich Bund und Länder auf eine Reform des Jugendmedienschutzes verständigen. Er betont, dass angesichts der Konvergenz der Medien sowie der sich wandelnden Mediennutzung gerade auch von Kindern und Jugendlichen ein moderner Jugendmedienschutz dringend erforderlich ist, der kontinuierlich weiterentwickelt werden muss.

Gleiche Maßstäbe für alle Medienkanäle

Kunst, Kultur und Informationen werden heute auf unterschiedlichsten Medienkanälen verbreitet. Soweit diese vergleichbar konsumiert werden, müssen hier auch die gleichen Jugendschutzmaßstäbe gelten, so die Forderung des Kulturrats. Mit Blick auf den Gleichbehandlungsgrundsatz dürfe es dabei nicht auf den Verbreitungsweg ankommen, sondern ausschließlich auf den Inhalt. Eine technologieneutrale und konvergente Regulierung des Kinder- und Jugendmedienschutzes, der die Besonderheiten der verschiedenen Medien berücksichtigt, sei daher dringend erforderlich. Ein konvergenter Kinder- und Jugendmedienschutz kann nur gemeinsam von Bund und Ländern erreicht werden. Dabei müssten Doppelstrukturen vermieden werden. Eine zeitnahe Verständigung von Bund und Ländern ist daher dringend geboten. VAUNET stellt seit längerem ebenfalls diese Forderungen und sieht einen Austausch der Politik mit den Medienhäusern und relevanten Interessenvertretungen als notwendig an.

Publikationsfreiheit darf nicht gefährdet werden

Der Deutsche Kulturrat macht darauf aufmerksam, dass der Kinder- und Jugendmedienschutz eine Beschränkung der Kunst- und Publikationsfreiheit darstellt und daher verhältnismäßig ausgestaltet sein muss. Kinder und Jugendliche sollten vor jugendgefährdenden und entwicklungsbeeinträchtigenden Inhalten wirksam geschützt werden, jedoch auch weiterhin Zugang zu für sie unbedenklichen Medienangeboten erhalten, um sich bilden und partizipieren zu können.

Selbstkontrolle hat sich bewährt

Die regulierte Selbstkontrolle hat sich nach Ansicht des Kulturrats bewährt und führt zu schnellen, einzelfallgerechten und anerkannten Alterseinstufungen. Sie steht für die staatsferne Umsetzung des Kinder- und Jugendmedienschutzes. Die freiwillige Selbstkontrolle und die Arbeit der Jugendschutzbeauftragten gelte es zu erhalten und zu stärken.

Ansprechpartner

Tim Steinhauer

Senior Referent Medienverantwortung und Programm