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BMG-geförderte Studie: Gesundheitsgefährdung bei Kindern durch digitale Mediennutzung

29.05.2017

Eine übermäßige Nutzung von Onlinemedien und Fernsehen kann bei Kindern und Jugendlichen zu Übergewicht, Konzentrations-, Einschlaf- und Sprachentwicklungsstörungen führen. Zu diesem Ergebnis gelangt die BLIKK-Medienstudie, die unter Schirmherrschaft der Drogenbeauftragten der Bundesregierung und mit Förderung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) durchgeführt wurde.

Der Initiator der Studie, der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), als auch die Bundesdrogenbeauftragte, Marlene Mortler (CSU), sehen angesichts der Ergebnisse aber den Gesetzgeber nicht gefordert. Handlungsbedarf besteht für die Initiatoren und die Drogenbeauftragte vielmehr darin, den Eltern bei der Mediennutzung ihrer Kinder Orientierung zu geben und „digitale Fürsorge“ zu fördern.

Laut Studie treten bei Vorschulkindern erhöhte Konzentrationsstörungen bei täglicher Smartphone- und TV-Nutzung von über 30 Minuten auf. Kinder zwischen acht und 13 Jahren, die sich täglich mehr als eine Stunde intensiv mit elektronischen Medien beschäftigen, sind häufiger hyperaktiv. Auch besteht zwischen einer langen Nutzung elektronischer Medien und einem übermäßigen Konsum von Süßigkeiten und Süßgetränken ein signifikanter Zusammenhang, ohne dass dieser empirisch beziffert wird.
 
Die Studie beruht auf rund 6.000 Interviews, die 79 Kinderärzte mit Eltern und Jugendlichen durchgeführt haben. Weder die Studie noch das Studiendesign wurden bislang veröffentlicht. Die Untersuchung vollzieht keine direkte Messung der Mediennutzung und verfügt über keine Vergleichsgruppe. Als Vergleichsmaßstab dient die in der ärztlichen Fachliteratur beschriebene Häufigkeit der Krankheiten. Die Qualität der konsumierten Inhalte wird in der Untersuchung nicht berücksichtigt.
 
Das Forschungsprojekt „BLIKK-Medien – Bewältigung, Lernverhalten, Intelligenz und Krankheiten – Kinder und Jugendliche im Umgang mit elektronischen Medien“ wird vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) getragen und vom Institut für Medizinökonomie und Medizinische Versorgungsforschung der RFH Köln (iMöV) seit 2016 durchgeführt.