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25 Jahre FSF: Wie weiter im Jugendmedienschutz?

08.04.2019

Bis Ende 2019 soll ein neuer Entwurf des Jugendmedienschutzgesetzes vorliegen. Dies kündigte Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey als Gastrednerin der Festveranstaltung zum 25-jährigen Jubiläum der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) an.

In enger Abstimmung mit den Ländern soll es zu einer einheitlichen Systematik bei der Vergabe von Altersfreigaben kommen. Die neuen Regelungen sollten an die Inhalte und deren Gefährdungsgrad anknüpfen, aber nicht an den Weg, über den die Inhalte verbreitet werden. Im Zuge der Reform sollen auch die Anbieter im In- und Ausland stärker in die Pflicht genommen werden, so Giffey.

Die Vertreterin der Länder, Staatssekretärin Heike Raab (Bevollmächtigte des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und in Europa, für Medien und Digitales) mahnte vermeintliche Defizite im technischen Jugendmedienschutz an. Aus ihrer Sicht scheitert das bisher am Markt befindliche technische Programm des Jugendmedienschutzes an den vielfältigen Wegen der Mediennutzung.  

Die Vorsitzende des VAUNET-Fernsehvorstandes, Annette Kümmel, rief in ihrer Keynote die Medienpolitik dazu auf, beim technischen Jugendmedienschutz, den Freiwilligen Selbstkontrollen mehr Vertrauen und mehr Handlungsspielraum einzuräumen. Sie forderte zentral die Bildung einer konvergenten Medienordnung ein. Die bestehende Vielfalt an Kompetenzen und Aufsichtsgremien zwischen Bund und Ländern müsse zum Zwecke eines effektiven Jugendmedienschutze überwunden werden. Die Strategie vieler TV-Unternehmen ist es, ihre Inhalte über verschiedene Ausspielungswege zu den Zuschauern zu bringen – sei es klassisch linear oder als On-Demand-Angebot. Es sei dem Zuschauer nur schwer vermittelbar, wenn in bestimmten Fällen der identische Content bei der Prüfung für einen Vertriebsweg eine andere Alterseinstufung erhalte als bei der Prüfung für einen anderen Übertragungskanal. Annette Kümmels Ziel liegt in der Schaffung eines Jugendschutz-Hubs in dem alle relevanten Stakeholder des Jugendmedienschutzes ihre Kompetenzen einbringen, um einer konvergenten Jugendmedienschutzordnung zu erarbeiten.

Ansprechpartner

Tim Steinhauer

Senior Referent Medienverantwortung und Programm