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Krieg in Europa: Audio- und audiovisuelle Medien unterstützen die Menschen in der Ukraine

10.03.2022

Die Solidarität der Weltgemeinschaft mit der von Russland angegriffenen Ukraine ist enorm. Die Audio- und audiovisuellen Medien berichten nicht nur umfangreich in ihren Programmen. Viele – darunter zahlreiche VAUNET-Mitgliedsunternehmen – haben auch Aktionen zur Unterstützung der Menschen in der Ukraine sowie Sanktions- bzw. Boykottaktionen gegen Russland gestartet.

Die Redaktionen der privaten Voll- und Newsprogramme arbeiten seit dem Kriegsbeginn auf Hochtouren daran, die Menschen in Deutschland rund um die Uhr mit zuverlässigen Informationen zu versorgen, unter anderem mit zahlreichen Sondersendungen. Viele deutsche Journalist:innen berichten dabei unter Einsatz ihres Lebens direkt aus der Ukraine und Russland. Darüber hinaus beteiligen sich zahlreiche Sender an Initiativen zur Unterstützung sowie zur praktischen Hilfe für die Ukrainer:innen, oder haben eigene Aktionen gestartet. Hier eine Auswahl an Initiativen der VAUNET-Mitglieder:

Aktionen für den Frieden in der Ukraine

Radio Hamburg ließ am Dienstag, den 22. März, in einer Aktion das russische Generalkonsulat in der Hansestadt in den blau-gelben Landesfarben der Ukraine erstrahlen. Von 19:30 Uhr an lief die Projektion für knapp 25 Minuten, untermalt von der ukrainischen Nationalhymne.

ProSieben und Sat.1 sendeten das Friedenskonzert „Sound of Peace“ am Sonntag, den 20. März 2022 live aus Berlin. Zahlreiche bekannte Künstler:innen der deutschen Musikszene sangen für den Frieden. Bei dem Event wurden mehr als 12 Millionen Euro Spendengelder zusammengetragen.

Am Freitag, den 4. März, nahmen rund 200 deutsche Radiosender an der europaweiten Aktion teil, den Song „Give Peace a Chance“ von John Lennon um 8:45 Uhr zu spielen. Darunter u. a. die VAUNET-Mitglieder Antenne Niedersachsen, 105‘5 Spreeradio, BB Radio, big FM, Hit Radio FFH, LandesWelle Thüringen, Radio Neckaralb Live, Radio NRW, Radio Regenbogen, Rock Antenne, Toggo Radio und das Funkhaus Halle mit Radio Brocken.

Der Radiosender 105‘5 Spreeradio hat in Berlin am Freitag, den 4. März 2022 die „105‘5 Spreeradio Friedensfahrt“ organisiert, um ein Zeichen für Freiheit und Demokratie in der Ukraine zu setzen.  Bei Radio Hamburg wird seit dem 2. März mehrmals täglich ein einminütiger Spot gesendet, der sich gegen den Angriff auf die Ukraine richtet und der auch auf der Website des Senders angehört werden kann. Der Spot verurteilt Putins Angriffskrieg und drückt Solidarität mit der Ukraine aus.

Programmänderungen und -ausbau

Welt und BILD TV senden mit russischen Untertiteln. Dazu haben die Sender gesonderte Livestreams auf ihren Websites eingerichtet. Ziel ist es, russischsprachigen Menschen Zugang zu einer umfassenden Berichterstattung über den Angriffskrieg auf die Ukraine zu ermöglichen und damit Falschinformationen auszuhebeln.

Anfang März sendete Hope TV bereits eine Sondersendung, in der Betroffene des Ukraine-Kriegs zu Wort kamen und Möglichkeiten zur konkreten Hilfe aufgezeigt wurden. Seit Mitte April können sich Zuschauer:innen das vierteilige Interviewformat „Hope für Ukraine – Der Talk“ live oder in der Mediathek anschauen. Dort erzählen Menschen über ihre Erfahrungen von der Flucht, die Arbeit an der Grenze, die Aufnahme Geflüchteter und die Nothilfe-Aktionen der Hilfsorganisation ADRA, einer weltweit tätigen Hilfsorganisation, die Projekte in der Katastrophenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit leitet.

Über Pluto TV stehen zukünftig ukrainisch-sprachige Programminhalte von Paramount kostenlos zur Verfügung. Die kinderfreundlichen Inhalte werden in allen europäischen Nachbarländern angeboten. Der internationale Streamingdienst Pluto TV ermöglicht darüber hinaus humanitären Hilfsorganisationen weltweit kostenlosen Zugang zu Werbeflächen im Wert von mehr als 2,5 Millionen US-Dollar.

Auf dem Discovery Channel verfolgten am 20. März Millionen TV- und Streamingzuschauer:innen das polnische Benefizkonzert „Together with Ukraine“. Unter dem gleichen Motto richtete DMAX einen Programmabend zum Angriffskrieg ein und zeigte, neben den Eindrücken vom Konzert, zwei Dokumentationen von Discovery zum Kampf der ukrainischen Bevölkerung. Das Benefizkonzert kann in voller Länge bei Sky und Joyn gestreamt werden.

RTL hat am 18. März 2022 die tägliche Nachrichtensendung „Ukraine -Update“ mit der ukrainischen Journalistin Karolina Ashion gestartet. In der zehnminütigen Sendung berichtet die selbst vor dem Krieg geflohene Ukrainerin in ihrer Landessprache über aktuelle Entwicklungen in dem Konflikt und über den Alltag der geflüchteten Menschen in Deutschland. Das neue Nachrichtenformat wird von montags bis freitags auf den Online-Kanälen von RTL, ntv und auf den entsprechenden YouTube-Kanälen von RTL verbreitet. Die Sender haben seit Einfall Russlands in die Ukraine bis zum 13. März 2022 über 150 Stunden gemeinsame Sondersendungen ausgestrahlt und damit über 35 Millionen Zuschauer:innen erreicht. ntv gehört mit bis zu 25,6 Millionen Online-Besuchen zu den gefragtesten digitalen Nachrichtenangeboten. Das Faktenchecker-Team wurde von drei auf acht Mitarbeitende aufgestockt, um Video- und Bildmaterial bzw. User Generated Content zu überprüfen. RTL 2 hat sein Programm hinsichtlich der Filmauswahl bei Action- und Kriegsfilmen angepasst.

Bei ProSiebenSat.1 wurden mehrfach Sondersendungen „Ukraine Spezial“ ins ProSieben-Programm aufgenommen und bei Sat.1 das Frühstücksfernsehen um eine Stunde verlängert. In täglichen Newsflashs und Magazinen wie „taff“, „Galileo“ und „akte“ wird über das Geschehen in der Ukraine zu berichtet.

Auch die Radiosender haben deutschlandweit ihr Programm den herausfordernden Zeiten angepasst: Ausführlichere Nachrichten, regelmäßige News-Updates, Hintergrundberichte, Interviews und Reportagen zur Lage in der Ukraine und in Russland, aber auch zu regionalen Schwerpunktthemen wie der Flüchtlingshilfe stehen auf den Redaktionsplänen. Die privaten Radioprogramme senden Spendenaufrufe und passen ihre Musikauswahl an. Um diesen Modus der Sonderberichterstattung aufrecht erhalten zu können, haben einige Radiosender in NRW ihre Nachtredaktionen besetzt, ihre Nachrichten- und Reporterteams verstärkt und ihre Wochenendredaktion verdoppelt.

Spendenaktionen und Zusammenarbeit mit NGOs

Nachdem SUNSHINE LIVE mit der Aktion „Cash Tracks for U.Kraine“ bereits humanitäre Projekte in der Ukraine unterstützt hat, startete der Hörfunksender am 23. April einen 24-Stunden-Spendenmarathon. Bei der „Mix Mission“ kamen über 80.000 Euro zusammen, mit denen vier Krankenwägen finanziert werden, die in die Ukraine fahren sollen.

Warner Bros. Discovery organisiert gemeinsam mit EF Internationale Sprachschulen vierwöchige Sprachangebote für geflüchtete Ukrainer:innen. Der Konzern stellt für den Deutschunterricht seine Räumlichkeiten in München zur Verfügung. Aufgrund der hohen Nachfrage startet der zweite Kurs gleich eine Woche später.

Der Radiosender RPR1 aus Rheinland-Pfalz unterstützt die Menschen in der Ukraine sowohl finanziell in Zusammenarbeit mit „Aktion Deutschland Hilft“ als auch mit Sachspenden. Gemeinsam mit der Aktion „Bodenheim hilft – Unterstützung für die Ukraine“ des Vereins „Nicht Reden. Machen!“ konnten mehrere vollbeladene Transporter zur polnisch-ukrainischen Grenze losgeschickt werden.

Auch das Rhein-Neckar-Fernsehen hilft direkt an der Grenze: Der Sender hat seine Reporter:innen mit der Mannheimer Organisation „Taxi ohne Grenzen“ nach Polen geschickt, um Hilfsgüter zu liefern und Kriegsflüchtlingen eine Mitfahrgelegenheit zu bieten. Das Rhein-Neckar-Fernsehen ruft zu Spenden auf und unterstützt die Aktion.

Gemeinnützige Projekte, die sich für Geflüchtete aus der Ukraine einsetzen, erhalten vom Schlager Radio eine finanzielle Zuwendung: Gemeinsam mit dem Lions Club Berlin-Gendarmenmarkt spendet der Radiosender jeden Freitag 4.000 Euro für wertvolles Ehrenamt.

In Zusammenarbeit mit der IPA Deutschland (Internationale Police Association) hilft Radio Schlagerparadies mit Spenden an die Ukraine. Die größte Berufsvereinigung der Welt ist ein politisch und gewerkschaftlich unabhängiger Zusammenschluss von Angehörigen des Polizeidienstes. Darüber hinaus beteiligte sich Radio Schlagerparadies mit dem deutschsprachigen Song „Ein bisschen Frieden“ an der europaweiten Aktion am 4. März den Song „Give Peace a Chance“ zeitgleich zu spielen.

Einen musikalischen Akzent setzt auch das Schwarzwald Radio. Bis auf weiteres erklingt seit dem 8. März immer um 12 Uhr und um Mitternacht die Europahymne, um sich eindeutig zu den europäischen Werten zu bekennen.

Am 4. März hat ROCK ANTENNE unter dem Motto „Rockers United“ für die Menschen in der Ukraine Spenden gesammelt. Partner war dabei „Aktion Deutschland Hilft“.

Flux FM hat am 26. März das Benefizkonzert „Gegen den Krieg“ organisiert. Einnahmen und Spenden in Höhe von 5.404,42 Euro gingen an den gemeinnützigen Verein „Wir packen’s an“ aus Berlin-Brandenburg, der notleidenden Menschen auf der Flucht an den EU-Außengrenzen direkte Hilfe leistet.

Die Lokalsender in NRW rufen ihre Hörer:innen, unterstützt von prominenten Persönlichkeiten und Künstler:innen wie NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, Campino von Die Toten Hosen, oder Michael Schulte, seit dem 4. März zu Spenden auf. Unter dem Motto „Aktion Lichtblicke – Gemeinsam für den Frieden“ sind über 1,4 Millionen Euro eingegangen (Stand: 17. März 2022).

Auch in Niedersachsen tragen die Radio-Hörer:innen zur finanziellen Unterstützung ukrainischer Familien und Kinder bei: Antenne Niedersachsen hat mit seinem Partner UNICEF Anfang März zu Spenden aufgerufen. Über 130.000 Euro konnten zusammengetragen werden. Außerdem hat der Sender gemeinsam mit der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen ein Online-Portal für ukrainische Familien aufgebaut, um bei der Vermittlung von freien Wohnräumen zu unterstützen.

Die Spendenaktion „Wir Thüringer helfen – der Ukraine“ des Radiosenders Antenne Thüringen sammelt seit dem 7. März 2022 Spenden. Zusammen mit dem Bündnis deutscher Hilfsorganisationen „Aktion Deutschland Hilft“ sind bereits über 50.000 Euro zusammengekommen.

Am 11. März 2022 übertrug Bibel TV die gemeinsame Spendenaktion „Hoffnungsschimmer22“. Zur Aktion rief ein Kirchen-übergreifendes Netzwerk zum Gebet, zu Hilfsaktionen und finanzieller Unterstützung der notleidenden Menschen inmitten des Krieges auf: 250.000 Euro an Spenden wurden gesammelt.

Die „Aktion Deutschland Hilft“ sammelt Spenden für die Menschen in der Ukraine. Das Bündnis deutscher Hilfsorganisationen wird unter anderem von RTL Deutschland und ProSiebenSat.1 getragen. Spendeneingaben sind über die Website des Bündnisses „Aktion Deutschland Hilft“ möglich. Angesichts des Krieges gegen die Ukraine hat auch die „Stiftung RTL – Wir helfen Kindern e.V.“ gemeinsam mit RTL Deutschland eine Spendenaktion gestartet. Binnen acht Tagen waren bereits 10,7 Millionen Euro eingegangen, um Kinder und Familien aus der Ukraine zu unterstützen.

Bei BILD TV werden täglich Spendenaufrufe von Prominenten gesendet, die BILD-Organisation „Ein Herz für Kinder“ widmet sich der Hilfe für Kinder aus der Ukraine, zudem wird ein Hilfs-Truck ins Kriegsgebiet geschickt. Der Disney-Konzern kündigte an, mit Nicht-Regierungsorganisationen zusammenarbeiten zu wollen, um Flüchtlingen Hilfe und humanitäre Unterstützung zukommen zu lassen.

Boykott in Russland

Mehrere internationale Entertainment-Konzerne, darunter Disney, Sony Pictures, Warner Bros und Amazon, haben ihre Aktivitäten in Russland bis auf weiteres eingestellt und beteiligen sich so an den Sanktionsmaßnahmen der Weltgemeinschaft.

Discovery gab bekannt, die Ausstrahlung all seiner Sender in Russland einzustellen. Zu den 15 Kanälen gehörte auch der Vertrieb von CNN, der seine Berichterstattung aufgrund des neuen russischen Mediengesetzes, demzufolge ausländische Medien als „Agenten“ registriert werden können und für die Verbreitung kritischer Informationen über den Krieg in der Ukraine bis zu 15 Jahre Haft drohen, bis auf weiteres aussetzt. Die Fernsehproduktionsfirma Studio 100 vergibt laut Eigenaussage keine Lizenzierungen mehr an Kunden in Russland und Belarus. Auch ProSiebenSat.1 plant derzeit seine Beziehung im Bereich Programmvertrieb zu Russland einzufrieren.

Ansprechpartner

Tim Steinhauer

Senior Referent Medienverantwortung und Programm