Back to top

BBC zieht sich bei TuneIn schrittweise zurück

26.08.2019

Beschleunigt durch sinkende Preise der großen Smart-Speaker-Anbieter Amazon und Google, nutzen heute rund 20 Prozent der britischen Haushalte Sprachassistenten. Die britische Sendeanstalt BBC arbeitet aktuell mit Anbietern von Sprachassistenten zusammen, drängt die Nutzer jedoch zunehmend zu BBC-eigenen Produkten, auch um mehr Daten zum Nutzerverhalten zu erhalten. Ab Ende August werden die Radiosender nicht mehr auf der TuneIn-Radio-App verfügbar sein, da sich das US-Unternehmen weigerte, Informationen über die Hörer von BBC-Sendern zu teilen. So werden Radio-Live-Streams auf einigen Plattformen in Großbritannien nicht mehr über TuneIn zu hören sein. Um sicherzustellen, dass Hörern der Zugang nicht gänzlich unmöglich ist, wird die Kooperation mit TuneIn nur auf den Plattformen beendet, auf denen eine Alternative zum weiteren Hören der BBC-Sender leicht verfügbar ist. Das britische Senderhaus drängt so die Hörer dazu, den Zugang zu den Radiostationen über seine Apps zu nutzen.

BBC macht Alexa & Co. Konkurrenz

Die BBC startet 2020 ein Konkurrenzangebot zu Alexa & Co. namens Beeb. Es soll jedoch kein eigenständiges Gerät wie die Smart Speaker Echo von Amazon oder Google Home auf den Markt gebracht werden. Vielmehr wird die Beeb-Software in die Webseite der BBC und in ihre iPlayer-App auf Smart TVs integriert, sowie Herstellern zur Verfügung gestellt, die die Software integrieren möchten. Die Software wird nicht den vollen Funktionsumfang der großen kommerziellen Konkurrenten abbilden. Stattdessen wird den Nutzern eine Sprachsteuerung geboten, um die bestehenden BBC-Inhalte zu erkunden und eine interaktive Programmierung weiterzuentwickeln. „Durch den eigenen Assistenten wird die BBC die Freiheit haben, mit neuen Programmen und Features zu experimentieren sowie Erfahrung zu sammeln. So kann die BBC Inhalte und Funktionen im Sinne der Zuhörer verbessern", begründet ein Sprecher. Trotz ihres Vorstoßes, mehr Daten zu sammeln, indem die Nutzer an die eigenen Dienste wie den iPlayer gebunden werden sollen, sieht die BBC ihr Vorgehen als Reaktion auf die Skepsis der Öffentlichkeit gegenüber kommerziellen Sprachassistenten. „Die Menschen kennen und vertrauen der BBC, deshalb wird sie ihre Rolle als öffentlich-rechtlicher Innovator nutzen, um sicherzustellen, dass alle – nicht nur die Tech-Elite – auf diese neue Weise vom Zugang zu Inhalten profitieren können“, unterstreicht ein BBC-Sprecher.

Ansprechpartner

René Böhnke

IT & Medientechnologie