Back to top

Studie: Britischer Kreativwirtschaft drohen massive Ausfälle

17.06.2020

Die britische Film-, Fernseh-, Video- und Fotoindustrie wird laut einem Bericht von Oxford Economics im Jahr 2020 aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie voraussichtlich Einnahmen in Höhe von 36 Milliarden Pfund (40,2 Milliarden Euro) verlieren und damit voraussichtlich um 57 Prozent schrumpfen. Zudem prognostiziert die Analyse, dass 102.000 bzw. 42 Prozent der Arbeitsplätze in den verschiedenen Industriezweigen verloren gehen werden, da sich Social Distancing auf die Kosten des Filmemachens und die Kinokapazität auswirkt.

Studie analysierte gesamten britischen Kreativsektor

Die Studie mit dem Titel "The Projected Economic Impact of COVID-19 on the U.K. Creative Industries" wurde von der Creative Industries Federation in Zusammenarbeit mit einer Reihe von britischen Organisationen der Kultur- und Kreativwirtschaft, darunter BFI, Directors UK, Equity, Bectu, SOLT/UK Theatre, Arts Council England und UK Music, in Auftrag gegeben. Für den gesamten Industriezweig prognostiziert die Erhebung einen Einnahmenverlust von insgesamt 74 Milliarden Pfund (82,6 Milliarden Euro). Das wäre ein Rückgang von 30 Prozent und damit verbunden, der Verlust von 406.000 Arbeitsplätzen. Caroline Norbury, CEO der Creative Industries Federation, fordert vor dem Hintergrund der Analyse: "Wir brauchen dringend einen Kulturerneuerungsfonds“.

Vor der Pandemie wuchs der britische Kreativsektor fünfmal so schnell wie die Gesamtwirtschaft, beschäftigte etwa zwei Millionen Menschen und trug mit 111,7 Milliarden Pfund (124,6 Milliarden Euro) zur britischen Wirtschaft bei.

Musikindustrie drohen Jobverluste von 70 Prozent

Der Bericht geht davon aus, dass die Musikindustrie voraussichtlich unter einem Einnahmenverlust von mindestens 3 Milliarden Pfund (3,3 Milliarden Euro) leiden wird und voraussichtlich 60 Prozent der Arbeitsplätze verlieren könnte, wobei der Sektor durch den Zusammenbruch der Livemusik und der Tourneen hart getroffen wird.

In ähnlicher Weise wird erwartet, dass dem Theater 3 Milliarden Pfund (3,3 Milliarden Euro) an Einnahmenverluste drohen, das wäre ein Rückgang von 61 Prozent. Damit wären auch 70 Prozent der Arbeitsplätze gefährdet.

Die Zahlen des Berichts zum Gesamteinnahmenpotenzial und zum Arbeitsplatzverlust berücksichtigen auch Vorraussagen für die Sektoren Handwerk, Design und Designermode, Werbung und Marktforschung, Verlagswesen, Museen und Galerien sowie Architektur.

Ansprechpartner

Tim Steinhauer

Senior Referent Medienverantwortung und Programm

Johannes Kottkamp

Johannes Kottkamp

Projektmanager Marktentwicklung