Back to top

Musikstreamingdienst Spotify reicht Beschwerde bei der EU-Kommission gegen Apple ein

21.03.2019

Der im Jahr 2006 gegründete schwedische Musikstreamingdienst Spotify will sich laut eigenen Angaben gegen die Bevorzugungspraktiken des US-amerikanischen Technologieunternehmens Apple im Hinblick auf dessen eigene Dienste zur Wehr setzen. Spotify hat daher eine Beschwerde gegen den Technologieriesen aus dem Silicon Valley wegen unfairen Wettbewerbs bei der EU-Kommission eingereicht. Diese bestätigte mittlerweile den Eingang der Beschwerde und gab an, dass nun geprüft werde, ob es zu der Einleitung einer Untersuchung gegen Apple kommen soll.

Konkret wendet sich Spotify gegen die beherrschende Stellung Apples, konkurrierende Anbieter von Audio-Streaming-Diensten in seinem App-Store zugunsten eigener Produkte zu benachteiligen. Zentraler Beschwerdegegenstand ist, dass Apple eine Provision von 30 Prozent für In-App-Käufe verlangt, die bei Erlösen aus dem Premium-Abonnement fällig wird (die Provision reduziert sich nach einem Jahr auf 15 Prozent). Um diese Provision zu vermeiden, habe man den Kauf der Premium-Version auf dem App-Store eingestellt. Dies habe wiederum zu Einschränkungen seitens Apples geführt, sodass keine externen Links zu Seiten mit Produktinformationen, Rabatten oder Werbeaktionen aufgerufen werden konnten. Ferner habe man auch Schwierigkeiten gehabt, Fehler zu beheben. Darüber hinaus würde das Spracherkennungssystem Siri iPhone-Nutzer nicht mit Spotify verbinden, und Apple habe es lange abgelehnt, Spotify eine App auf seiner Apple Watch bereitstellen zu lassen, so Spotify.

Der ausschlaggebende Punkt, kartellrechtliche Untersuchungen einleiten zu wollen, stellten die Ergebnisse der EU-Verhandlungen über die Verordnung zur Regelung der Beziehungen zwischen Plattform und Unternehmen (P2B-VO) dar. Am Ende der Gesetzgebungsverhandlungen kam es lediglich zur Durchsetzung von Transparenzanforderungen. Es wurden keine konkreten Maßnahmen erlassen, um das bestehende Ungleichgewicht zwischen Online-Plattformen einerseits und den Unternehmen andererseits zu korrigieren.

Weiterführende Links zum Thema finden Sie unten unter "externe Links".

Ansprechpartner

Anne Peigné

European Affairs Manager