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Digitalisierungsbericht Video 2020: Trend zu HD- und Smart-TVs hält an

27.10.2020

Am 26. Oktober 2020 wurden die Ergebnisse des 16. Digitalisierungsberichts Video im Rahmen der Medientage München veröffentlicht. Nachdem bereits im Vorjahr die Volldigitalisierung der TV-Übertragung in Deutschland erreicht wurde, liegt der Schwerpunkt des diesjährigen Berichts unter anderem auf der HDTV-Übertragung, Detailanalysen des Kabelempfangs sowie der OTT-Nutzung.

HD- und Smart-TVs weiter auf dem Vormarsch

Der TV-Empfang über Kabel (43,6 Prozent der TV-Haushalte) und Satellit (44,1 Prozent) bleiben auch im Jahr 2020 die beliebtesten Empfangswege in Deutschland, entwickeln sich jedoch weiter leicht rückläufig. Der Empfang über das Internet – sei es via IPTV (10,6 Prozent) oder direkt über das Connected-TV-Gerät (2,9 Prozent) – legt erneut stark zu.

Digitalisierungsbericht_01-Verteilung-der-TV-Empfangswege

Der hochauflösende HD-Empfang steigt über alle Empfangswege auf nun insgesamt 77,5 Prozent der TV-Haushalte an (2019: 72,0 Prozent). Den höchsten HD-Anteil hat die Terrestrik mit 100 Prozent, gefolgt von IPTV mit fast 90 Prozent sowie Kabel (78,2 Prozent) und Satellit (75,9 Prozent). In 84 Prozent der TV-Haushalte in Deutschland steht bereits mindestens ein HDTV-Gerät (2019: 82 Prozent), mehr als ein Viertel besitzt sogar zwei oder mehr hochauflösende TV-Geräte.

Digitalisierungsbericht Video 2020_02-HDTV-Empfang-in-Deutschland

Auch die Ausstattung mit Smart-TVs steigt weiter an und liegt nun bei 60,3 Prozent der TV-Haushalte (2019: 56,4 Prozent), das entspricht in etwa 23,2 Millionen Haushalte. Die Mehrfachausstattung mit Smart-TVs nimmt ebenfalls weiter zu: In mehr als zwei von fünf TV-Haushalten sind bereits alle Empfangsgeräte smart. Die Anschlussquote der Geräte ans Internet liegt mittlerweile bei 74 Prozent (2019: 70 Prozent).

Digitalisierungsbericht Video 2020_03-Smart-TV-in-Deutschland

Fernseher wichtigstes Gerät zur Videonutzung

Im Vergleich zu anderen Bildschirmgeräten – wie PC, Laptop, Smartphone oder Tablet – bleibt das TV-Gerät nach wie vor das wichtigste Gerät (58,0 Prozent), wenn es um die Bewegtbildnutzung geht. Der Fernseher wird dabei im Vergleich zum Vorjahr sogar wieder etwas relevanter (2019: 56,6 Prozent), wodurch der rückläufige Trend der letzten Jahre gestoppt werden konnte. Nur bei der allgemeinen Nutzung, also auch ohne Nutzung von Bewegtbildinhalten, ist das Smartphone relevanter als das TV-Gerät. Die Studienautoren betonen jedoch, dass die Rückkehr an den Fernsehbildschirm vor dem Hintergrund der speziellen Corona-Situation in diesem Jahr betrachtet werden muss, da insbesondere die Corona-Maßnahmen im Frühjahr sowie das Informations- und Unterhaltungsbedürfnis der Bevölkerung einen erheblichen Effekt auf die Mediennutzung hatte.

Digitalisierungsbericht Video 2020_04-Wichtigstes-Gerät-Bewegtbildnutzung

So ist die tägliche TV-Nutzung des klassischen Fernsehens laut Studienergebnissen erstmals seit Jahren wieder angestiegen (von 64 Prozent in 2019 auf nun 69 Prozent), und zwar in beinahe allen Altersgruppen. Der Anteil der „Nicht-Nutzer“ blieb im Vergleich dazu stabil, wodurch das klassische TV wieder regelmäßiger genutzt wird als noch im Jahr zuvor.

Im Vergleich zur On-Demand-Nutzung macht die klassische Fernsehnutzung nach wie vor über die Hälfte (55,1 Prozent) der Bildschirmzeit aus, die Nutzung von Video-On-Demand macht immerhin knapp 30 Prozent aus. Mehr als jeder Dritte verbringt den überwiegenden Anteil der Bewegtbildnutzung mit Inhalten aus dem Internet, sei es per Video-on-Demand oder Livestream.

OTT-Nutzung in Deutschland gewinnt an Bedeutung

Nahezu drei von vier Personen nutzen mindestens selten Videoinhalte aus dem Internet bzw. OTT-Inhalte. Mehr als zwei von fünf Personen nutzen dies sogar täglich. Dabei werden am häufigsten Videoportale (66,5 Prozent), gefolgt von TV-Sendern bzw. Mediatheken (59,7 Prozent), Video-Streamingdienste (51,1 Prozent) sowie Videos über soziale Netzwerke (39,4 Prozent) genutzt. Je nach Altersgruppe variiert die OTT-Nutzung erheblich: Unter-50-Jährige nutzen OTT überdurchschnittlich häufig regelmäßig, bei den Unter-30-Jährigen fast jeder. Darüber hinaus nutzen Männer Videoinhalte aus dem Internet häufiger als Frauen.

Der Digitalisierungsbericht wird seit 2005 jährlich auf Grundlage einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung in Form von Telefoninterviews, ergänzt um eine Online-Befragung von über 6.000 Haushalten durch Kantar, erhoben. Insgesamt wurden im Zeitraum von Anfang Mai bis Ende Juni 2020 8.280 Personen ab 14 Jahren befragt. Neben den federführenden Medienanstalten haben sich an der diesjährigen Erhebung Media Broadcast, SES und Vodafone beteiligt.

Ansprechpartner

Johannes Leibiger

Senior Referent Medienwirtschaft