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Norwegische Medienaufsicht: Übergang von UKW zu DAB+ verringert Medienvielfalt

18.06.2019

Die norwegische Medienaufsicht Medietilsynet mahnt infolge eines vom Kultusministerium in Auftrag gegebenen Berichts, ein Verbot lokaler UKW-Sender bis 2021 würde den Medienpluralismus verringern. Medietilsynet begründet diese Schlussfolgerung damit, dass die DAB+ Verbreitung nicht vollständig umgesetzt wird. In 10 von 37 Regionen gibt es keine lokalen DAB+ Radiosender; 42 Prozent der Bevölkerung empfangen keine lokalen DAB+ Angebote. Vielen lokalen Anbietern fehlen die finanziellen Möglichkeiten für den Übergang zu DAB+. Laut Medienbehörde kostet die technologische Umrüstung auf DAB+ 750.000 NOK (77.490 Euro) sowie monatliche Betriebskosten von 9.000 NOK (929 Euro). Dies wird besonders teuer für Stationen, die die Kosten nicht mit anderen Stationen im gleichen Gebiet teilen können. Ein Übergang aller Lokalradios von UKW auf DAB+ würde laut Medietiksynet fast 1 Milliarde NOK (103 Millionen Euro) kosten.

Kritiker fordern erneut Umdenken

Laut Statistics Norway hörten 2008 38 Prozent der norwegischen Bevölkerung über DAB+ Radio. Ein Drittel der Norweger hat bis heute noch kein DAB+ Gerät erworben. Zwar besitzen 90 Prozent der Bevölkerung im Alter von über 12 Jahre ein Smartphone, jedoch können sie damit kein DAB+ Radio hören. Kritische Stimmen in Norwegen werfen nun die Frage auf, ob die Politiker wirklich verantworten können, die Norweger weiterhin zum Umstieg von UKW auf DAB+ zu zwingen. Stattdessen sollten sie überlegen, ob sich die Wahl der Radioplattform eher an den Bedürfnissen der Bürger und den Bedürfnissen der Verbraucher in einem freien Markt orientieren sollte.

 

 

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Ansprechpartner

René Böhnke

Referent Medientechnologie

Daniela Beaujean

Mitglied der Geschäftsleitung / Recht und Regulierung, Justiziarin

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