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DLM-Symposium diskutiert über Herausforderungen der konvergenten Medienwelt

25.03.2014

Die Herausforderungen für Reichweitenmessung, Inhalteentwicklung und -regulierung, Finanzierung und Vermarktung durch steigende Konvergenz waren Thema des DLM-Symposiums am 20. März 2014. Unter dem Titel „Reichweiten – Inhalte – Regulierung: Wie finanziert sich der konvergente Rundfunk?“ wurden dort die Zukunftsperspektiven des privaten Rundfunks diskutiert. Im Mittelpunkt standen dabei die Nutzung, Messung und Refinanzierung der Angebote sowie die erforderlichen Anpassungen des Regulierungsrahmens.

In einem Impulsreferat unter dem Titel „Potenziale einer Konvergenzwährung“ erklärte Martin Krapf, Geschäftsführer von Wirkstoff TV, die Bedeutung einer standardisierten Werbewährung für den Werbemarkt und appellierte an große internationale Player wie Google/Youtube, sich den branchenübergreifenden Lösungen der Joint Industry Commitees (JIC) nicht zu verschließen. Über den aktuellen Stand der Entwicklung im Bereich von konvergenten Werbewährungsmodellen informierten im Anschluss Karin Hollerbach-Zenz, Vorstandsvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF), für den Bereich von TV und Video sowie Hans Georg Stolz, Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (agma), für Radio und Audio.

In weiteren Diskussionen erläuterten unter anderem Matthias Dang, Geschäftsführer von IP Deutschland, und Frank Nolte, Leiter Digitale Medien der Radio Marketing Service (RMS), Gary Davey, Executive Vice President Programming von Sky Deutschland, und Kristian Kropp, Geschäftsführer von bigFM und RPR1., die mit der Konvergenz stattfindenden Veränderungen der Nutzungsgewohnheiten und Angebotsformen sowie die damit einhergehenden Chancen für die Medienanbieter. Dabei wurde jedoch auch mehrfach betont, dass eine Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen an die konvergente Medienrealität dringend erforderlich ist.

Darin waren sich auch die Teilnehmer der Abschlussdiskussion einig, in der Dr. Tobias Schmid, Vorstandsvorsitzender des Verbands Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), zusammenfassend die aus Sicht der privaten Rundfunkanbieter wichtigsten regulatorischen Handlungsfelder skizzierte. Die Hoffnung der Marktteilnehmer richte sich nun darauf, dass diese Politikfelder hochrangig priorisiert werden. Allerdings stellte die Vertreterin der EU-KOM, Lorena Boix-Alonso, bereits in Aussicht, dass in 2014 nicht mehr mit einer Überarbeitung der AVMD-Richtlinie gerechnet werden könne, zum einen aufgrund der bevorstehenden Europawahl, zum anderen, weil die Auswertung der Stellungnahmen zum Grünbuch „über die Vorbereitung auf die vollständige Konvergenz der audiovisuellen Welt“ keine einheitliche Tendenz erkennen lasse. Staatssekretärin Jacqueline Kraege, Chefin der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz, skizzierte die nächsten Schritte der Länder zur Schaffung eines Medienstaatsvertrages inklusive möglicher Deregulierungen und der Etablierung einer Bund-Länder-AG. Der DLM-Vorsitzende, Dr. Jürgen Brautmeier, empfahl dahingehend angesichts des bestehenden Ungleichgewichts im Markt und in der Regulierung schnelles Handeln und forderte ausreichend Flexibilität der Landesmedienanstalten in einem konvergenten Rechtsrahmen.

Ansprechpartner

Frank Giersberg

Geschäftsführer