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Neue LfM-Studie: steigende Wahrnehmung von Hassrede und Fake News im Internet

13.06.2019

Bereits im vierten Jahr veröffentlicht die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) forsa-Zahlen zur Wahrnehmung von Hassrede und Fake News im Internet. Die repräsentative Studie macht deutlich: Aggressivität im Internet ist nach wie vor ein schwerwiegendes gesellschaftliches Problem, die Wahrnehmung von Hassrede bleibt unverändert hoch. 75 Prozent der Befragten gaben an, dass sie persönlich schon einmal Hassrede im Internet wahrgenommen haben (2018: 78 Prozent). Es fällt jedoch auf, dass die Wahrnehmung von Fake News im Internet im Vergleich zur letzten Befragung 2017 deutlich zugenommen hat: 72 Prozent der Befragten sind persönlich schon einmal (vermutliche) Fake News auf Webseiten, in Blogs, sozialen Netzwerken oder Internetforen aufgefallen (2017: 59 Prozent).

Die Gruppe der 14- bis 24-Jährigen sticht hervor: Sie schildern eine besonders auffällig steigende Wahrnehmung von Hassrede. 94 Prozent der Befragten in dieser Altersgruppe gaben an, Hassrede im Netz gesehen zu haben. Sie gaben zudem überdurchschnittlich oft an, Hasskommentare unterhaltsam zu finden (Gesamt: 17 Prozent, 14- bis 24-Jährige: 32 Prozent). 90 Prozent der 14- bis 24-Jährigen haben bereits persönlich schon (vermutliche) Fake News im Internet bemerkt. 2017 lag diese Zahl mit 77 Prozent noch deutlich niedriger. 49 Prozent sind sogar der Ansicht, dass es im Internet derzeit mehr Hass- als Sachkommentare gibt.

Eine große Mehrheit von 84 und 76 Prozent fand, es solle einfacher für Nutzer sein, Fake News zu kennzeichnen, und es müsse neue Gesetze geben, damit soziale Medien und Plattformen Falschnachrichten schneller löschen müssen.

Dass eine eindeutig steigende Sensibilität der Bevölkerung für die beiden Phänomene Hassrede und Fake News zu beobachten ist, bewertet Dr. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW, als möglichen Anknüpfungspunkt, um gemeinsam etwas gegen die vorherrschende destruktive Debattenkultur im Netz zu unternehmen.

Für die beiden Studien hatte das Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der Landesmedienanstalt zwischen dem 1. und 8. April 2019 online 1.000 Menschen ab 14 Jahren befragt, die privat das Internet nutzen.

Unseren Artikel zu den LfM-Studienergebnissen aus dem Jahr 2018 finden Sie hier.

Ansprechpartner

Tim Steinhauer

Referent Medienverantwortung und Programm