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Barrierefreiheit im Privatfernsehen: immer mehr Shows und Sportsendungen untertitelt

03.04.2019

Die Gesamtkonferenz der Medienanstalten (GK) begrüßt, dass die Anzahl untertitelter Sendungen weiter zugenommen hat. Nach Auswertung des sechsten Monitoringberichtes zur Barrierefreiheit im privaten Fernsehen gibt es mehr einfache und speziell für Hörgeschädigte erstellte Untertitel als je zuvor. Insbesondere beliebte Formate wie Shows, Soaps und Sportübertragungen werden Zuschauern mit Beeinträchtigungen zugänglich gemacht.

Besonders hoch ist der Anteil mit 23 Prozent beim Sender VOX, hauptsächlich im Bereich Show („Höhle der Löwen“, „Kitchen Impossible“) und Soap („Milk & Honey“). Bei Sendern der Gruppe ProSiebenSat.1 Media SE werden bereits durchschnittlich 18 Prozent des Angebots untertitelt. Deutlich zugelegt hat ProSieben – der Sender liegt mit 37 Prozent Untertitelung besonders bei Showformaten, Fernsehpublizistik („Galileo am Sonntag“) sowie US-Serien und -Spielfilmen ganz vorn. Die RTL-Gruppe hat mit durchschnittlich 13 Prozent ihre Programmfläche mit speziellen Untertiteln für Hörgeschädigte ihr Angebot weiter erhöht.

Die ProSiebenSat.1 Gruppe baut ihre Programmfläche für Menschen mit Hörbehinderung kontinuierlich qualitativ und quantitativ aus. Wie sich Mitarbeiterin Lotte Sorge über positives Feedback der Community freut, erzählt sie im Video.

Programmübersicht für barrierefreie TV-Angebote

Ein weiteres wichtiges Projekt, das 2018 auf den Weg gebracht wurde, war das Inklusionsprojekt „TV für Alle“, eine Kooperation des Vereins Sozialhelden mit den Medienanstalten, ARD, ZDF und dem VAUNET. Die neue Website www.tvfueralle.de zeigt im elektronischen Programmführer eine Übersicht der barrierefreien TV-Angebote in Deutschland. „TV für Alle“ erleichtert so das Suchen und Finden von TV-Sendungen mit Untertiteln und Audiodeskription. In einem weiteren Ausbauschritt soll zu online verfügbaren TV-Angeboten in deutscher Gebärdensprache verlinkt werden. VAUNET beteiligte sich stellvertretend für seine Mitglieder an der Umsetzung des Angebots.

Die Medienanstalten weisen in ihrer Pressemitteilung nochmals darauf hin, dass der kontinuierliche Ausbau des barrierefreien Programmangebots gewünscht ist und die überarbeitete AVMD-Richtlinie hier noch mehr Verbindlichkeit einfordert. Eine ausführliche Darstellung der Monitoringergebnisse erfolgt im Content-Bericht 2018 der Landesmedienanstalten.

Ansprechpartner

Tim Steinhauer

Senior Referent Medienverantwortung und Programm

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