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ZDF-Selbstverpflichtungserklärung 2019/2020: mehr Information und Unterhaltung

10.04.2019

Das ZDF will in 2019/2020 sein Informations- und Unterhaltungsangebot weiter ausbauen und mit den ZDF-Programmen einen TV-Marktanteil von 20 Prozent erzielen. Dies geht aus der neuen Selbstverpflichtungserklärung des ZDF für die Jahre 2019/2020 hervor, die am 15. März 2019 vom ZDF-Fernsehrat zur Kenntnis genommen und nunmehr veröffentlicht wurde.

ZDFmediathek soll Nr.1 werden

Ein zentrales Anliegen der künftigen Entwicklung ist der Ausbau der ZDFmediathek. Die ZDFmediathek soll das meistgenutzte non-lineare Senderangebot in Deutschland werden. Das ZDF will die Abrufzahlen weiter steigern und die ZDFmediathek über möglichst viele Ausspielwege verbreiten. Dabei möchte die Anstalt auf die „neuen staatsvertraglichen und technischen Möglichkeiten“ zurückgreifen, damit die User die Mediathek selbstbestimmter nutzen können. Das ZDF plant, die Nutzung mittel Personalisierung, sprachgesteuerte Abrufmöglichkeit und Empfehlungssystemen zu vereinfachen.

Plattformstrategie

Eine stärkere Verbreitung der ZDF-Inhalte über Drittplattformen soll den Zugang zum jüngeren Publikum verbessern.

ZDF-Fiktionproduktionen wird internationaler

Das ZDF möchte die Zusammenarbeit mit heimischen und internationalen Produzenten ausweiten. Zuletzt stellte das ZDF im März in Lille erste Ergebnisse des 2018 mit Rai (Italien) und France Télévisions (Frankreich) gegründeten Co-Produktionsnetzwerkes „European Alliance“ vor. Am 5. April 2019 teilte das ZDF mit, dass das Gesamtbudget dieser Kooperation bei über 200 Millionen Euro liegt. Mit einem Auftragsvolumen von 600 Millionen Euro will man größter deutscher Einzel-Auftraggeber von audiovisuellen Produktionen bleiben.

Vielfältige Unterhaltungsgenre und Krimi-„Obergrenze“

Das ZDF möchte im Programm alle relevanten Genres anbieten. Neu ist, dass das ZDF sein Krimiangebot weiterentwickeln will, aber ohne es auszubauen. Der Sender plant, neue Akzente in anderen Genres zu setzen. Unter anderem soll für ZDFneo ein neues Late-Talkformat entwickelt werden. Auch das Genre „Factual Entertainment“ wird bei ZDFneo als auch im ZDF-Tagesprogramm weiter ausgebaut. Geplant sind auch neue Sketch- und Webcomedy-Formate, unter anderem für den KiKA. Zudem ist der Ausbau von „Terra X Online“ vorgesehen.

ZDF-Sportrechteetat beleibt gedeckelt

Die Ausgaben für Sport-Übertragungsrechte will die Rundfunkanstalt nicht weiter erhöhen. Jüngere Sport werden künftig verstärkt online übertragen.

ZDF-Information wird multimedialer

heute.de soll in einigen Jahren zu den Top 10 der Online-Nachrichtenangebot in Deutschland gehören. Hierfür will der Sender die mobile Nutzung der ZDFheute-App optimieren. ZDFinfo möchte das ZDF zudem enger über Social Media begleiten. Das Kindernachrichtenformat „logo!“ erhält einen Instagram-Account. Außerdem will das ZDF verstärkt regionaler mit mehr Vor-Ort-Sendungen präsent sein.

Diversität soll sich steigern

Der Anteil von Regisseurinnen soll steigen. Weitere kreative Berufsbilder werden auf ihre Geschlechterdiversität hin untersucht und ggf. Beteiligungsmaßnahmen für Frauen entwickelt.

Barrierefreiheit wird ausgebaut

Der Anteil von untertitelten Programmen und von Hörfilmen soll weiter wachsen. In der ZDFmediathek wird deren Übernahmen erhöht. Auch bei ZDF-Veranstaltungen und bei Produktionen soll der barrierefreie Zugang verstärkt sichergestellt werden.

Mehr Green Production

Das ZDF fördert Produktionsunternehmen, die ihre Arbeitsweise auf Nachhaltigkeit ausrichten. Die Zahl der Produktionen, welche die Bedingungen des „Grünen Drehpasses“ erfüllen, soll deutlich gesteigert werden.

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Ansprechpartner

Tim Steinhauer

Referent Medienverantwortung und Programm