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Produzenten wollen bessere On-Demand-Vergütung aus Beitragsmehraufkommen finanzieren

14.04.2015

Vor dem Hintergrund der Diskussion um eine Lockerung der 7-Tage-Verweildauer für die Telemedienangebote der Rundfunkanstalten haben mehrere Produzentenverbände eine angemessene Vergütung für die Nutzung der Auftrags- und Koproduktionen in den öffentlich-rechtlichen Mediatheken gefordert. Mit jedem Tag, an dem Filme und Serien, Dokumentationen und Unterhaltungsprogramme in den Portalen von ARD und ZDF kostenlos zugänglich sind, vermindern sich mögliche Einnahmen aus einer
Auswertung über kommerzielle Video-on-Demand-Plattformen oder aus DVD-Verkäufen, erklärten AG Animationsfilm, AG DOK, Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen, Bundesverband Regie (BVR), Bundesverband Schauspiel BFFS, Deutsche Akademie für Fernsehen, Filmbüro NW, Film und Medienverband NRW, Verband Deutscher Drehbuchautoren (VDD) sowie der Verband Deutscher Filmproduzenten. Die bisherigen Fristen sollten nicht vorschnell geöffnet werden, solange nicht die Frage der angemessenen Vergütung von Produzenten und Urhebern geklärt ist.

Unter Verweis auf die derzeit prognostizierten Beitragsmehreinnahmen von 1,5 Milliarden Euro schlagen die Verbände vor, im nächsten Rundfunkänderungsstaatsvertrag verbindlich zu verankern, dass für ARD und ZDF ein ausreichender, bisher nicht vorgesehener Etatposten „Lizenzkosten nicht-lineare Verbreitung“ geschaffen wird, der bei der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) anzumelden ist und von dieser anerkannt werden sollte.

Bereits im Juli 2014 hatten AG DOK, BVR und VDD ähnlich gelagerte Forderungen an die Politik gerichtet und die AG DOK veröffentlichte im Februar 2015 ein umfangreiches Dossier zur Thematik.

Vor einer Woche hatte die neue Hamburger Regierungskoalition mitgeteilt, sich um eine Weiterentwicklung der Medienordnung kümmern zu wollen. Dabei sprach sie sich unter anderem dafür aus, dass die Inhalte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks unter Wahrung der Interessen der Urheber im Internet über sieben Tage hinaus abrufbar sind.

Ansprechpartner

Daniela Beaujean

Geschäftsführerin / Justiziarin

Tim Steinhauer

Senior Referent Medienverantwortung und Programm