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Französische Wettbewerbsbehörde genehmigt TV-Plattform "Salto"

14.08.2019

Die französische Wettbewerbsbehörde gibt unter Auflagen grünes Licht für die Plattform „Salto“. Die geplante Plattform "Salto" ist eine Kooperation von Frankreichs öffentlich-rechtlichem Fernsehen France Télévisions sowie den zwei französischen Privatsendern TF1 und M6. Auf der Plattform sollen das lineare Programm und die Catch-Up Dienste der Sender sowie weitere VoD-Dienste angeboten werden.

Über ein Abonnementmodell soll hiermit ein breites Spektrum von Nachrichtensendungen über Sport, Unterhaltung, französische Fernsehfilme und US-Serien bis hin zu Dokumentar- und Kinofilmen bereitgestellt werden. Als das Projekt im Juni 2018 angekündigt wurde, war die Rede von Abo-Preisen zwischen 2 und 8 Euro.

Mit der Allianz wollen die Sender sich gegenüber den internationalen Streamingdiensten wie Netflix und dem zukünftigen Disney+ positionieren. Laut der französischen Aufsichtsbehörde CSA soll durch den Vertrieb über OTT auch ein direkter Draht zu den Kunden geschaffen werden.

Die Genehmigung wurde allerdings nur unter gewissen Auflagen zum Schutz des Wettbewerbs bzgl. des Erwerbs der Programme, der Vermarktung sowie der Werbung gegeben.

1. Salto soll nicht von der Marktmacht der Mutterunternehmen beim Erwerb von Lizenzen profitieren

Befürchtet wurde, dass Salto beim Erwerb von Inhalten in übermäßigem Umfang von der Marktmacht der Mutterunternehmen profitieren könnte, und hierdurch andere Plattformen beim Erwerb von VoD-Lizenzen – insbesondere für französische Werke – benachteiligt würden. Daher hat das Sendertrio zugesagt, seine Möglichkeiten zum gleichzeitigen Erwerb von Inhalten für ihre linearen Dienste und VoD-Dienste einzuschränken. Zusätzlich werden die Möglichkeiten von Salto, an den Bedingungen der von TF1, France Télévisions und M6 abgeschlossenen Verträge für lineare Übertragungsrechte zu partizipieren, streng geregelt. Der direkte Erwerb der Inhalte von den Mutterunternehmen soll für Salto ebenfalls eingeschränkt werden.

2. Salto soll keine Exklusivrechte für die Übertragung von TF1, M6 und France Télévisions erhalten

Plattformen wie der französische Anbieter "Free" hatten befürchtet, dass die linearen Angebote der drei Sender (Zuschaueranteil von 80 Prozent) exklusiv auf Salto übertragen werden oder andere Plattformen teure Übertragungslizenzen erwerben müssen. Um diese Wettbewerbsbedenken auszuräumen, haben TF1, France Télévisions und M6 den Erwerb exklusiver Übertragungsrechte durch Salto für frei empfangbare DVBT-Kanäle und die damit verbundenen Dienste und Funktionen ausgeschlossen. Dies soll auch für die Kanäle von Drittanbietern gelten. Um jedoch Anreize zu Innovation und Angebotsvielfalt für Salto zu erhalten, bleiben befristete exklusive Dienste und Funktionalitäten möglich, wenn diese von Salto selbst initiiert werden.

Letztendlich haben sich die drei Unternehmen verpflichtet, die Verbreitungsrechte für ihre frei empfangbaren DVBT-Kanäle sowie die damit verbundenen Dienste und Funktionalitäten an Dritte zu objektiven und nichtdiskriminierenden Bedingungen direkt, d.h. ohne Vermittlung durch Salto, anzubieten. Zu diesem Zweck sehen die Zusagen insbesondere einen Mechanismus zur Festsetzung der von Salto an ihre Muttergesellschaften zuzahlenden Vergütung durch zwei unabhängige Sachverständige vor.

3. Die Werbung für Salto auf den Kanälen der Mutterunternehmen soll eingeschränkt werden 

Die Sender der Allianz haben sich verpflichtet, die Möglichkeiten Werbung zwischen ihren Kanälen und der Salto-Plattform auszuspielen, zu begrenzen. Auch der Erwerb von Werbeflächen bei den Muttergesellschaften soll auf der Grundlage von Allgemeinen Verkaufsbedingungen sowie zu objektiven und diskriminierungsfreien Bedingungen erfolgen.  

4. Wettbewerbswidrige Absprachen zwischen TF1, M6, France Télévisions und Salto sollen vermieden werden

Die Muttergesellschaften haben sich zu einer Reihe individueller und kollektiver Garantien verpflichtet, die den Informationsaustausch zwischen Salto und seinen Muttergesellschaften in einem festgelegten Rahmen auf das notwendige beschränken soll.

Ansprechpartner

Anne Peigné

European Affairs Manager