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epd medien-Gespräch mit Hans Demmel: „Wir sind an einer Zeitenwende“

07.09.2018

Der VAUNET-Vorstandsvorsitzende Hans Demmel hat in einem Interview mit dem Fachmagazin epd medien seine Positionen unter anderem zum neuen Medienstaatsvertrag, der Auftrags- und Strukturreform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sowie zur Debatte über Fake News erläutert.

Er erneuert in seinem Interview die Kritik an der expansiven Programmstrategie von ARD und ZDF  auf allen Übertragungswegen und fordert von der Politik klare Grenzziehungen. In der momentanen Debatte über Auftrag und Struktur müsse konsequenter auf Einsparungen gedrungen werden, auch im Programm. Was privatwirtschaftlich an Inhalten geleistet werden kann, muss nicht zwingend spiegelbildlich öffentlich-rechtlich angeboten werden. Bezüglich der Auftragsneudefinition bekräftigt Hans Demmel die Forderung nach einer Strukturkommission. Demmel setzt sich dafür ein, dass das NDR-Modell für Radiowerbung, bei dem nur eine Radiowelle des Senders begrenzt täglich 60 Minuten Werbung ausstrahlen darf, auch von den anderen Rundfunkanstalten übernommen wird.

Hinsichtlich der Plattformregulierung spricht sich Demmel für ein Level-Playing-Field und Diskriminierungsfreiheit aus. Zu den Vorschlägen, große gemeinsame Online-Plattformen zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Anbietern zu schaffen, signalisierte Hans Demmel grundsätzlich Gesprächsbereitschaft. Ein künftiges Medienkonzentrationsrecht (im aktuellen Staatsvertragsentwurf ausgeklammert) müsse ein Gesamtmarktmodell sein, das die globalen Internet-Player miteinbezieht und sich nicht nur auf den TV-Markt konzentriert.
Bezüglich des von den Ministerpräsidenten beschlossenen neuen Telemedienauftrages skizziert Hans Demmel, welche Probleme die Ausweitung der Verweildauerfristen und die Präsenz von ARD/ZDF-Inhalten auf Drittplattformen, wie YouTube und Facebook, bereiten. Mit der künftigen Ermächtigung für die Rundfunkanstalten, originäre Inhalte für die sozialen Netzwerke zu produzieren, würden marktführende Plattformen beitragsfinanziert mit hochwertigen Produktionen vollgepumpt und in ihrer Position am Werbemarkt weiter gestärkt.

Hans Demmel, der hauptberuflich Geschäftsführer des Nachrichtensenders n-tv ist, weist pauschale Fake-News-Vorwürfe in Richtung deutscher Medien deutlich zurück. Er stellt am Beispiel der TV- und Online-Angebote von n-tv dar, welche operativen Anstrengungen unternommen werden, zum Beispiel durch Verifikationsteams, um die Verbreitung von Fake News zu verhindern.

Ansprechpartner

Daniela Beaujean

Mitglied der Geschäftsleitung / Recht und Regulierung, Justiziarin

Hartmut Schultz

Pressesprecher