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Harte Sanktionen von Sportverbänden sind wettbewerbswidrig – Auswirkungen auf Sportrechtemarkt offen

11.12.2017

Sportverbände, die ihre Mitglieder hart sanktionieren, wenn sie an vom Verband nicht genehmigten Wettkämpfen teilnehmen, agieren wettbewerbswidrig. Zu dieser Entscheidung gelangt die Europäische Kommission in einem Wettbewerbsverfahren gegen die Internationale Eislaufunion (ISU). Die ISU hat für ihre Athleten strenge Strafmaßnahmen, bis hin zur lebenslangen Sperren, für die Teilnahme an verbandsfremden Turnieren vorgesehen. Die ISU-Regeln galten auch für Wettkämpfe, die keine Gefahr für legitime, den Sport betreffende Ziele darstellen, etwa den Schutz der Integrität und der regelkonformen Ausübung des Sports oder die Gesundheit und Sicherheit der Sportler.

Aus Sicht der EU-Kommission hindern derart harte Strafbestimmungen Sportler und die Veranstalter konkurrierender Wettkämpfe daran, ihre eigenen geschäftlichen Interessen zu verfolgen. Die unternehmerische Freiheit der Sportler, an unabhängigen Eislaufveranstaltungen teilzunehmen, wird eingeschränkt. Die ISU muss ihre Regeln nun innerhalb von 90 Tagen ändern.

Der Beschluss der EU-Kommission könnte ähnliche Auswirkungen für die Berufsfreiheit von Berufssportlern haben, wie dass Bosman-Urteil des Europäischen Gerichtshofes von 1995. Das damalige Urteil erleichterte Profifussballern den Vereinswechsel. Ob der Beschluss für Rundfunkanbieter förderlich sein wird, indem jenseits der nationalen und internationalen Verbände weitere Wettkämpfe entstehen, die wiederum Medienpartner suchen, bleibt abzuwarten.

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