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VPRT auf den Medientagen München 2016 - TV (VPRT-Jahresbericht 2016)

01.06.2017

Die TV-Agenda – Was ‚Medienindustrie 4.0‘ für die Branche bedeutet

Unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ erlebt das klassische produzierende Gewerbe derzeit die Konvergenz mit neuen digitalen Technologien und Netzwerken. Welchen Einfluss smarte Technik auf die Gestaltung der Medien und das Verhältnis zwischen Anbieter und Nutzer haben könnte, war zentraler Punkt der TV-Agenda-Panels des VPRT bei den 30. Medientagen in München. Es wurde die Frage diskutiert, ob die reine Fokussierung auf (vermeintliche) Verbraucherinteressen zur Gefährdung der digitalen Wertschöpfung führen würde. Dieter Janecek (MdB, Bündnis90/ Die Grünen) sieht zum Beispiel die Datenschutzgrundverordnung in der vorliegenden Form als einen großen Schritt hin zu verbesserten Verbraucherrechten. Nicola Beer (MdL, Generalsekretärin der FDP) vertrat hinsichtlich des Datenschutzes die Ansicht, dass es in einer globalisierten Wirtschaftswelt nichts helfe, „den eigenen Garten einzuzäunen.“ Stattdessen seien wirksame internationale Standards gefragt. In Zeiten der konvergenten Mediennutzung gilt es, verbreitungsabhängige Regulierung über Bord zu werfen und einen gemeinsamen Regulierungsrahmen zu schaffen. Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow (Universität Paderborn, Sprecher des CDU-nahen Vereins cnetz) appellierte, die Qualität des Angebotes insgesamt zu steigern. Heute sei die Nutzung von Qualitätsmedien – gleich ob öffentlich-rechtlich oder privat – nicht mehr selbstverständlich. Für ihn sei die interaktive Nutzung die Zukunft der audiovisuellen Medien. Der VPRT-Fachbereichs-Vorsitzende Julian Geist verwies darauf, dass man sich bei der Medienregulierung im Unterschied zu anderen Industriezweigen „plötzlich in einem ganz anderen Diskurs“ befinde, da hier nicht automatisch die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen mitgedacht werde.