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BVMI erwirkt einstweilige Verfügung gegen Anbieter von Streaming-Manipulationen

03.03.2020

Das Landgericht Berlin hat auf Betreiben des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI) eine einstweilige Verfügung gegen den Betreiber der Website Followerschmiede.de erlassen, wie der BVMI und sein internationaler Dachverband IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) am 3. März 2020 bekanntgaben. Danach bietet die in Deutschland ansässige Website die Erzeugung von Fake-Streams an, die die Häufigkeit, mit der ein Musikstück tatsächlich über einen Audio-Streaming-Dienst gehört wurde, in illegaler Weise in die Höhe treiben. Die einstweilige Verfügung des Landgerichts Berlin ordnet die Unterlassung des Angebots an. 

Das Verfahren ist die jüngste Entwicklung in der Strategie der Musikindustrie, aktiv gegen Streaming-Manipulation vorzugehen. Bereits im vergangenen Sommer hatten sich der BVMI und IFPI gemeinsam mit ihren Mitgliedsunternehmen einer breiten Koalition von Stakeholdern der Industrie zur Bekämpfung von Streaming-Manipulationen angeschlossen; Majors ebenso wie unabhängige Labels, Verlage, Online-Plattformen und Künstlerorganisationen haben einen „Code of Best Practice" unterzeichnet mit dem Ziel, Streaming-Manipulationen zu erkennen, zu verhindern und deren Auswirkungen auf den Markt zu verringern.

Die Verbände sehen die Verantwortung auch bei Streaming-Plattformen und fordern diese auf, technische Lösungen für dieses Problem zu finden. „Wie die Aktion in Deutschland beweist, ist die Musikindustrie bereit, rechtliche Schritte gegen solche Websites einzuleiten. Dies wird auch weiterhin geschehen, wo immer es notwendig ist,“ betont Frances Moore, Geschäftsführerin der IFPI.

Der BVMI sieht in Streaming-Manipulationen oder deren Versuche ein Thema, das die gesamte Branche betrifft, da es um das Vertrauen in digitale Angebote geht. Und Dr. Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des BVMI, betont: „Vor allem sollte kein Zweifel daran bestehen, dass die Interessen des gesamten Musik-Ökosystems in diesem Punkt vollständig übereinstimmen!“

Ansprechpartner

Johannes Leibiger

Leiter Medienwirtschaft & Forschung