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Private Sender erteilen einer Musikquote klare Absage

04.12.2007

Berlin, 27. September 2004 Im Vorfeld der Popkomm und der Bundestagsanhörung zum Thema einer Quote für deutsche Musik im Rundfunk haben heute Vertreter verschiedener privater Hörfunksender in Berlin auf einer gemeinsamen Pressekonferenz vor einer möglichen Quotenregelung und ihren Auswirkungen für den privaten Rundfunk gewarnt.

Hans-Jürgen Kratz, Vorsitzender des Fachbereiches Hörfunk des Verbands Privater Rundfunk und Telekommunikation e.V. (VPRT): „Eingriffe in die Programmfreiheit mittels Quotenvorgaben lehnen wir als private Sender grundsätzlich ab. Quoten behindern den Qualitätswettbewerb und befördern die Subventionsmentalität. Die privaten Sender haben Verständnis für Bemühungen der Politik, deutsche Künstler zu fördern. Für dieses Ziel engagieren sich unsere Unternehmen seit langem. Eine Quote für einen deutschen Musikanteil in unseren Programmen festzuschreiben, ist jedoch der falsche Ansatz und richtet sich an die falschen Adressaten. Eine Quote würde die Musikindustrie aus ihrer Verantwortung gänzlich entlassen, würde unsere Hörer und Zuschauer bevormunden und unsere wirtschaftlichen Grundlagen bedrohen.“

Musikquoten zwingen Rundfunkveranstalter dazu, unwirtschaftlich zu arbeiten.

Die Sendervertreter wiesen darauf hin, dass sie als Wirtschaftsunternehmen anders als gebührenfinanzierte öffentlich-rechtliche Sender dazu gezwungen seien, sich ausschließlich aus dem Markt zu finanzieren. Dazu müsste ihr Programm so gestaltet sein, dass sie eine größtmögliche Zahl von Zuhörern und Zuschauern erreichen, um entsprechende Werbeeinnahmen erzielen zu können. Reichweitenverluste durch Quotenvorgaben zögen entsprechende wirtschaftliche Verluste nach sich, die letztlich zu einer Reduzierung der Vielfalt der Sender führten. Zudem würde eine Quote dazu führen, dass die Verbraucher zunehmend auf andere Medienangebote wie Internetradio oder Down-loadangebote zurückgreifen würden, da sie sich ihren Musikgeschmack eben nicht durch Quoten vorschreiben ließen.

Kratz erläutert: „Radio und Fernsehen dürfen nicht als Sündenbock für die Fehler anderer Marktteilnehmer herhalten. Die Forderungen der Musikindustrie und Künstler nach einer Quote in der derzeit für alle schwierigen wirtschaftlichen Lage sind eindeutig ein Versuch, eigene Versäumnisse der Vergangenheit zu unseren Lasten wettzumachen.“ Er wies darauf hin, dass die Musiklabels u. a. ihren Anteil an deutschen Künstlern teilweise dramatisch verringert sowie die Nachwuchsförderung fast gänzlich eingestellt hätten und damit die eigentlichen Verursacher der schwierigen Situation der Künstler seien.

Private Sender engagieren sich umfassend für deutsche Musikangebote.

Die privaten Sender engagierten sich demgegenüber seit Jahren für die Nachwuchsförderung und die Förderung von Musikangeboten aus Deutschland – angefangen bei Spezial- und Neuheitensendungen mit ausschließlich nationalen, regionalen oder lokalen Musikern über kostenintensive Off-Air-Aktionen wie z.B. Konzerte, Live-Events und Talentwettbewerbe bis hin zur Vergabe von Popstipendien und freiwilligen Kooperationen zwischen Sendern und Künstlern bzw. der Musikindustrie.

Die Liste der Namen, die von den Sendern On- und Off-Air aktiv unterstützt werden, ist umfangreich und umfasst sowohl unbekannte wie auch bereits etablierte Künstler, die sich u. a. über den Rundfunk bereits eine Plattform aufgebaut haben. Dazu zählen BroSiS genauso wie auch Laith Al-Deen, Mia, Wir sind Helden, Silbermond, Schiller, Jeanette und viele andere.
Vor diesem Hintergrund Quoten für deutsche Musik in Rundfunkprogrammen zu fordern, sei zwar populistisch und medienwirksam, löse aber keine Probleme, sondern schaffe weitere - für Sender, Hörer und auch die Musiker, denen der Rundfunk als starke Plattform für ihre Entwicklung letztlich entzogen würde, so Kratz.

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Ansprechpartner

Hartmut Schultz

Pressesprecher