Back to top

ZDF-Fernsehrat: Entscheidung Drei-Stufen-Test fällt im März

13.12.2019

Am 13. Dezember 2019 tagte der ZDF-Fernsehrat. Reiner Haseloff, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, hielt die Begrüßungsrede und ging dabei auch auf den Rundfunkbeitrag und das Indexmodell ein. So zeigte er sich gegenüber einer Beitragserhöhung um 86 Cent offen, sieht jedoch das Indexmodell kritisch. Ministerpräsident Haseloff betonte, dass ihm generell missfalle, dass die Parlamente nicht eingebunden sein sollen. „Eine Demokratie muss die regelmäßige Debatte um den Beitrag aushalten können“, so seine Einschätzung.

Drei-Stufen-Test: Entscheidung im März 2020

Die Berichte der Arbeitsgruppen des ZDF-Fernsehrates zum Telemedienkonzept, zum marktlichen Gutachten als auch zur publizistischen Leistung empfahlen die Annahme des Änderungskonzeptes. Die finale Entscheidung fällt jedoch erst auf der März-Sitzung des ZDF-Fernsehrats im Jahr 2020, da das Konzept noch in einigen Stellen nachgearbeitet werden soll. Die vom Telemedienausschuss gewünschten Änderungen zielen überwiegend drauf ab, mehr Inhalte mit freier Lizenz und mehr Bildungsinhalte länger online zu stellen. Zu begrüßen ist, dass Kriterien erarbeitet werden sollen, die die Auswahl der Drittplattformen durch das ZDF regeln. Diskutiert wird, ob für die Empfehlungssysteme Qualitätskriterien entwickelt werden. Die gewünschten Änderungen im Einzelnen:

  • Die Bildung von Archiven mit Bildungsinhalten möglichst weit interpretieren.
  • Eine faire Gestaltung von Produktionsverträgen prüfen
  • Mehr freie Lizenzen ermöglichen
  • Kriterien für die Nutzung von Drittplattformen erstellen
  • Lösungen im Bereich Social Media finden, damit keine Abhängigkeit von US-Plattformen entsteht
  • Qualitätskriterien für die ZDF-eigenen Empfehlungssysteme erstellen

ZDF-Haushaltsplanung 2020

Die Ausgaben von 2,4025 Milliarden Euro liegen 2020 laut Planung wieder höher als die Einnahmen von 2,208 Milliarden Euro. Dennoch wird es eine Sonderrücklage von 137 Millionen Euro geben. Diese könnte sogar 155 Millionen Euro betragen, wenn es nicht Sonderausgaben wie die Kabelgebühren gegeben hätte.

Ausbaupläne beim ZDF

Im Zuge der Haushaltsberatungen wurden geplante Investitionen in den Ausbau der Digitalisierung und in Unterhaltung vorgestellt. Dies soll auch durch „Ausdünnungen“ im linearen Programm ermöglicht werden, so zum Beispiel bei Inhalten, die nicht programmstützend sind, wie das Programmumfeld der heute-Sendungen.

Die heute-App wird Ende März 2020 relauncht. Dafür sind 30 neue Mitarbeiter eingestellt worden, die vor allem in den sozialen Medien für Traffic sorgen sollen. Ziel ist es, dass heute.de in die Top zehn der meistgenutzten News-Apps aufsteigt. Zudem bestehen Pläne, die Mediathek bis 2025 weiter umzubauen. Derzeit hat die ZDF-Mediathek im Schnitt drei Millionen Sichtungen pro Tag.

Bei Programmangeboten setzt der Sender 2020 weiter auf Fiktion und Unterhaltung. Sollen unter anderem Unterhaltungsshows, wie Musikshows oder Wissensshows, verstärkt produziert werden. Um die Bedeutung des Unterhaltungsbereichs für die Zuschauerakzeptanz des ZDF belegen zu können, hat die Rundfunkanstalt eine Studie mit dem Titel „Das ZDF und der gesellschaftliche Zusammenhalt“ veröffentlicht, die unter anderem belegen soll, dass „Unterhaltungsangebote, Sportübertragungen und der Genremix aus informierenden und unterhaltenden Inhalten für die ZDF-Seher und damit auch für die Zukunft des ZDF wichtig sind.“ Es bleibt zu beobachten, inwieweit sich das ZDF und die anderen Rundfunkanstalten mit derartigen Studie oder Selbstverpflichtungen, wie dem „Leipziger Impuls“ gegen eine gesetzliche Konkretisierung des Auftrages positionieren werden.

Selbstverpflichtung bei Sportrechteausgaben

Das ZDF hat sich eine Selbstverpflichtung bezüglich der Sportrechteausgaben auferlegt, die von zehn auf neun Prozent des Gesamtetats gesenkt wurden. ZDF-Intendant Thomas Bellut bestätigte in der Sitzung, dass die Mainzer mit der UEFA wegen des CL-Finales und der CL-Spieltag-Zusammenfassung am Mittwoch verhandeln. Einen Abschluss wollte er noch nicht bestätigen.

 

 

Ansprechpartner

Tim Steinhauer

Senior Referent Medienverantwortung und Programm